Demenz trifft immer mehr Jüngere

connexia startet Wissens- und Sensibilisierungskampagne für Gehirngesundheit.
Bregenz Am 21. September wird der Welt-Alzheimertag begangen. Er macht seit 1994 auf die Situation von Betroffenen und ihrer Angehörigen aufmerksam. In Vorarlberg wird die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen mit etwa 7600 angegeben. Daran hat sich wenig verändert. Valide Daten gibt es allerdings nicht. Es handelt sich vielmehr um die Umrechnung der vom Bund für unsere Region veröffentlichten Schätzung. Der Bund selbst geht von österreichweit 170.000 Betroffenen aus. Was sich aber sehr wohl und spürbar gewandelt hat, ist, dass die Anzahl der Diagnosen von jung Erkrankten steigt. “Es sind Menschen zwischen 50 und 70, die oft noch im Arbeitsleben stehen”, berichtet Daniela Egger, Koordinatorin der bei der connexia angesiedelten Aktion Demenz, und spricht von einer besonderen Herausforderung für alle Beteiligten. Betroffen von der Diagnose einer frühen Demenz sind demnach etwa 200 bis 300 Personen. “Sie brauchen andere Angebote als Menschen im höheren Alter”, erklärt Egger.
Unterstützung stärker gefragt
Bereits im Frühjahr lud die Aktion Demenz zu einem Austausch, der jung Betroffene mit ihren Familienangehörigen an einen Tisch brachte, um zu eruieren, welche Angebote für diese Menschen passen könnten. “Dabei haben sich Betroffene mit gemeinsamen Interessen selbst zu kleinen Gruppen zusammengetan”, erzählt Daniela Egger. Ab Herbst soll für sie ein begleitetes Angebot zur Verfügung stehen. Die Angebote zur Teilhabe der Aktion Demenz sind laut Egger vielfältig und lassen sich auch für ein jüngeres Publikum adaptieren.

Seit mittlerweile 18 Jahren engagieren sich Menschen in 53 Gemeinden für ein Umfeld, in dem Begegnung, Gemeinschaft und Lebensfreude auch mit einer Demenzerkrankung möglich bleiben. Das Bemühen trägt Früchte. “Wir können mit Sicherheit sagen, dass die Krankheit weniger stigmatisiert ist, und wir verzeichnen deutlich mehr Anfragen nach Unterstützungsangeboten oder bei den Teilhabe-Möglichkeiten, wie etwa bei den Museumsbesuchen”, berichtet Egger. Neu startet heuer die Initiative “Brain Health”. Es handelt sich um eine dreijährige Wissens- und Sensibilisierungskampagne zur Förderung der Gehirngesundheit. Sie möchte das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Gehirngesundheit stärken und praktische Wege aufzeigen, um vorzubeugen und beginnende neurodegenerative Krankheiten in ihrem Verlauf zu verzögern. Laut neuester Forschung ließen sich so über 40 Prozent der Demenzerkrankungen vermeiden.

Fachvorträge und Übungen
Die erste Schwerpunktwoche startet am 13. Oktober in Hard. Gemeinsam mit Wolfurt und Lauterach werden Aktivitäten für die gesamte Region angeboten. Das Programm als solches, das zehn Gemeinden mittragen, umfasst Fachvorträge zur Gehirngesundheit sowie alltagstaugliche Übungen. Im Rahmen einer Netzwerkpartnerschaft recherchieren und erarbeiten Studierende der Fachhochschule Vorarlberg zum Thema Brain Health mit den Schwerpunkten Prävention und Gesundheitsförderung. Das Landeskrankenhaus Rankweil begleitet das Projekt. Menschen mit Demenz brauchen neben medizinischer und pflegerischer Unterstützung vor allem Möglichkeiten, weiterhin aktiv am Leben teilzunehmen. Die Aktion Demenz trägt diesem Anliegen auf unterschiedliche Weise Rechnung. Ein Erfolgsmodell sind die Demenzcafés, von denen es inzwischen elf gibt, und die lebendige Gemeinschaft ermöglichen.
Weitere Infos zu den Angeboten unter www.brain-health.at