Überraschende Wende: Warum Lech doch keinen neuen Bürgermeister bekommt

Im November sollte Lech einen neuen Bürgermeister bekommen. Doch nun bringt eine Entscheidung den bereits angekündigten Wechsel ins Wanken.
Lech Am 16. November 2026 wollte Bürgermeister Gerhard Lucian (Liste Lech) nach fünf Jahren sein Amt in der Sitzung der Lecher Gemeindevertretung zurücklegen. Als Nachfolger hatte sich Vizebürgermeister Elias Beiser (30, Gemeinsam für morgen) zur Verfügung gestellt – so zumindest der Plan.
Nun kommt es offenbar anders. Elias Beiser informierte am Dienstagmorgen die Lecher Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter über seine Entscheidung. In einem Schreiben, das den VN vorliegt, erklärt der 30-Jährige, dass er nach reiflicher Überlegung nicht für das Amt des Bürgermeisters zur Verfügung stehen werde.
“Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht und in den vergangenen Wochen viel darüber nachgedacht, welchen Weg ich künftig einschlagen möchte”, schreibt Beiser. In den vergangenen Monaten habe sich beruflich einiges verändert. Innerhalb und außerhalb von Lech hätten sich neue Perspektiven und Möglichkeiten ergeben, die zum Zeitpunkt seiner ursprünglichen Ankündigung noch nicht absehbar gewesen seien.

Lucian bleibt im Amt
Gerhard Lucian hatte den geplanten Wechsel im März mit seinem Alter und dem Wunsch nach einer geordneten Übergabe begründet. “Mir ist es wichtig, bereits frühzeitig den geplanten Wechsel an der Gemeindespitze bekannt zu geben. Ich bin jetzt 63 Jahre alt, und das ist der richtige Zeitpunkt, die Weichen für eine geordnete und gute Übergabe des Amtes zu stellen”, erklärte er damals.

Nun will Lucian sein Amt – nach Rücksprache mit seiner Fraktion – bis Ende der Funktionsperiode 2030 weiter ausüben. Mit dieser Entscheidung soll die kontinuierliche Arbeit in der Gemeinde auch in den kommenden Jahren sichergestellt werden: “Mir ist wichtig, dass Lech auch in den nächsten Jahren verlässlich geführt wird und wir die anstehenden Projekte und Aufgaben konsequent weiterverfolgen können. Gleichzeitig haben wir dadurch die Möglichkeit, uns ohne Zeitdruck mit der Frage der Nachfolge auseinanderzusetzen und dafür eine gute und langfristige Lösung zu finden”, so Lucian.

Die vergangenen Gemeinderatswahlen fanden 2025 statt, regulär wird in Vorarlberg alle fünf Jahre gewählt. Lucian könnte damit bis auf Weiteres im Amt bleiben.
Beiser bleibt Vizebürgermeister
Elias Beiser betont, dass er sich auch weiterhin als Vizebürgermeister für Lech einsetzen wolle. “Als ‚Gemeinsam für morgen‘ haben wir bewiesen, dass wir auch aus der ‚zweiten Reihe‘ viele Dinge zum Positiven verändern können”, schreibt er. Als Beispiele nennt er das Haus Stubenbach, die Eingliederung der Lechwelten in die Lech Zürs Tourismus GmbH sowie die Budgetkonsolidierung.
Die Entscheidung dürfte innerhalb der Gemeindevertretung unterschiedlich aufgenommen werden. “Einige von euch werden enttäuscht über diese Entscheidung sein, andere erfreut”, hält Beiser selbst fest.
Er wolle auch künftig nach bestem Wissen und Gewissen Verantwortung für den Ort übernehmen, zwischen unterschiedlichen Positionen vermitteln und das Gemeinsame in den Vordergrund stellen. “Für mich war und bleibt es etwas Besonderes und eine Ehre, Verantwortung für Lech zu übernehmen und unseren Ort mitgestalten zu dürfen”, schreibt Beiser. “Daran ändert auch meine Entscheidung hinsichtlich des Bürgermeisteramtes nichts.”