Sicher sichtbar: VN-Warnwesten für Vorarlbergs Kindergartenkinder

Mehr als 5000 Kindergartenkinder in Vorarlberg erhalten auch dieses Jahr wieder leuchtend orangefarbene Warnwesten. Im Kinderhaus Rickenbach Brunnengasse in Wolfurt wurde gezeigt, warum Sichtbarkeit gerade für die Kleinsten wichtig ist.
Wolfurt Die Tage werden kürzer, am Morgen ist es wieder länger dunkel. Gerade für die Kleinsten im Straßenverkehr wird Sichtbarkeit damit besonders wichtig. Mehr als 5000 Kindergartenkinder in Vorarlberg werden deshalb auch heuer wieder mit den leuchtend orangefarbenen VN-Warnwesten ausgestattet. Im neuen Kinderhaus Rickenbach Brunnengasse in Wolfurt schlüpften einige der Ersten hinein.
Für Leiterin Adrienne Sutter gehören Warnwesten ohnehin zum Alltag. “Wir gehen mit den Kindern nur mit Warnwesten raus”, sagt sie. Schließlich sei man viel unterwegs: zunächst in der Umgebung rund um das Kinderhaus, später auch mit Bus und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln. Schritt für Schritt sollen die Kinder lernen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen und Wege irgendwann selbstständig bewältigen zu können.

Übung macht sicher
Verkehrserziehung findet deshalb nicht nur in der Theorie statt. Gemeinsam mit der Polizei wird das richtige Verhalten im Straßenverkehr geübt, bei anderen Aktionen erfahren die Kinder, welchen Unterschied Reflektoren bei der Sichtbarkeit machen. “Nur das, was die Kinder auch selbst erleben und immer wieder üben, bleibt hängen”, sagt Sutter.

Dass die Westen, die gemeinsam mit Kindergartenkindern sowie Pädagoginnen und Pädagogen entwickelt wurden, ihren Zweck keineswegs nur bei Dunkelheit erfüllen, betont Martin Pfanner, Geschäftsführer des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV): “Wichtig ist, dass die Warnwesten auch am Tag gut sichtbar sind.” Zudem wurde darauf geachtet, dass die Kinder sie selbstständig an- und ausziehen können. Rückmeldungen aus Workshops mit Lkw-Fahrern würden ebenfalls zeigen, wie viel die auffällige Kleidung ausmacht: “Kinder mit Warnwesten sind aus dem Führerhaus deutlich besser zu erkennen.”

Wie das in der Praxis aussieht, zeigten am Freitag Lea, Alina, Clara, Anna, Uwe, Luis und andere Kinder vor. Gemeinsam mit Maskottchen Helmi und den Polizisten Christian Kaar und Sarah Schmoranz ging es hinaus zum Zebrastreifen an der Landesstraße. Dort wurde geübt, worauf es vor dem Überqueren einer Straße ankommt. “Die Polizei bietet verschiedene Programme zur Verkehrserziehung an und kümmert sich auch um die Schulwegsicherung”, erklärt Kaar.
Flächendeckend ausgestattet
Vorarlberg nimmt mit der Aktion österreichweit übrigens eine besondere Stellung ein. Kein anderes Bundesland sei derart flächendeckend mit Warnwesten für Kinder ausgestattet, weiß Angelika Walser, Verkehrsreferentin beim Landesschulrat. “Wir möchten, dass unsere Kindergarten- und Schulkinder für Autofahrer gut sichtbar sind.”

Getragen wird die Aktion von den Vorarlberger Nachrichten gemeinsam mit dem KFV, dem Land Vorarlberg, Sicheres Vorarlberg, der Vorarlberger Landes-Versicherung (VLV), illwerke vkw und heuer erstmals auch der AUVA. Bei der Übergabe in Wolfurt waren unter anderem Landesrätin Barbara Schöbi-Fink, Robert Sturn (VLV), Andreas Neuhauser (illwerke vkw), Bürgermeisterin Angelika Moosbrugger und Doris Meusburger (Gemeinde Wolfurt) dabei.
Für die Kinder zählte an diesem Vormittag vor allem eines: ausprobieren. Und so waren die neuen Westen beim Gang zum Zebrastreifen gleich dort im Einsatz, wo sie hingehören, nämlich mitten im Straßenverkehr.
Tipps für spielerisches Lernen von Verkehrsregeln
Eltern sollten mit ihrem Nachwuchs bis zum zwölften Lebensjahr bereits in den Ferien den Schulweg üben, rät der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Bei der Wahl des Schulwegs sollte beachtet werden, dass nicht der kürzeste, sondern der für das Kind am besten geeignete Weg gewählt wird, also jener mit möglichst wenig Pkw-Verkehr und Kreuzungen.
Weitere Tipps:
Mit etwa drei Jahren können Sie Ihrem Kind spielerisch wichtige Verhaltensregeln im Verkehr einüben. Zwei Tipps:
Sicherheitszone am Straßenrand
Ziehen Sie mit Kreide eine Linie auf den Gehweg, etwa 15 Zentimeter von der Bordsteinkante entfernt. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, warum es diese Linie beim Spielen oder unterwegs nicht übertreten sollte.
Achten Sie bei gemeinsamen Spaziergängen darauf, dass Ihr Kind dieser Vorgabe selbstständig folgt. Belohnen Sie Ihr Kind für sein korrektes Verhalten und erinnern Sie es regelmäßig an die Regel.
Richtige Nutzung des Gehsteigs
Markieren Sie den Gehweg mit einer Schnur oder einem Kreidestrich entlang der Mitte.
Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, dass es sicherer ist, auf der Seite des Gehwegs zu laufen, die an Häuser oder Gärten grenzt. Es sollte diesen Bereich daher bevorzugen.