Drohnenabwehr bei der illwerke vkw? Das sagt Österreichs Luftstreitkräfte-Chef

Vorarlberg / 01.10.2026 • 13:31 Uhr
Drohnenabwehr bei der illwerke vkw? Das sagt Österreichs Luftstreitkräfte-Chef
Air Chief Generalmajor Promberger sprach in Dornbirn nicht nur über die Gefahr, die Drohnen darstellen.APA, VN/Rauch

Ein Kraftwerk mit Fliegerabwehrkanonen? Betreiber kritischer Infrastruktur sollen künftig selbst mehr gegen Drohnen unternehmen. Was dies bedeutet, erklärt Luftstreitkräfte-Chef Gerfried Promberger.

Dornbirn “Betreiber und Besitzer kritischer Infrastruktur sollten auch einen gewissen Beitrag leisten. Ich werde jetzt nicht in jedes Kraftwerk eine Fliegerabwehrkanone stellen”, erklärt Generalmajor Gerfried Promberger. Er ist Air Chief und damit beim Bundesheer für alles zuständig, was sich am Himmel über Österreich abspielt. Am Mittwoch warb er in Vorarlberg für das Wiederentdecken der vier Säulen der Landesverteidigung.

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Generalmajor (dies entspricht einem Zwei-Sterne-General) Gerfried Promberger war am Mittwoch für eine Veranstaltung mit Wirtschaft und Politik in Vorarlberg. VN

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Vergangene Woche kündigte die Bundesregierung an, Betriebe der “kritischen Infrastruktur” wie große Energieunternehmen sollten die Möglichkeit erhalten, von ihnen erkannte Drohnen bei entsprechender Bedrohung selbst zu bekämpfen. Dabei müsse man nicht gleich an Waffen denken, betont Promberger. “Netze haben bereits eine hohe Abhaltewirkung, da kommt eine Drohne nicht einfach durch. Und auch im elektromagnetischen Spektrum geht relativ viel.”

Drohnenabwehr bei der illwerke vkw? Das sagt Österreichs Luftstreitkräfte-Chef
Drohnen und Drohnenabwehr beschäftigen auch das Bundesheer. In Salzburg entsteht ein Kompetenzzentrum des Bundesheeres für die elektronische Drohnenabwehr und Luftverteidigung.APA

Hybrider Krieg in Europa

Der Handlungsbedarf ist groß: In Deutschland berichtet laut dem Bundesverband für den Schutz Kritischer Infrastrukturen bei einer Umfrage jeder Zweite von sicherheitsrelevanten Drohnenzwischenfällen in den vergangenen zwölf Monaten. Anfang September wurde ein 48-jähriger Deutscher als Tatverdächtiger nach mehreren Sabotageangriffen auf das deutsche Stromnetz festgenommen. Auch wenn Österreich rechtlich im tiefsten Frieden ist, herrscht Krieg in Europa. Und mit Desinformationskampagnen und Cyberattacken gegen Bund und Parteien ist auch Österreich von einem hybriden Krieg betroffen.

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Dass auch der echte Krieg uns treffen kann, macht Promberger an einem einfachen Rechenbeispiel klar: “Größere Drohnen fliegen mit 250 Metern pro Sekunde. Das heißt, in einer Minute 15, in einer Stunde 900 Kilometer.” Dies ist in etwa die Distanz Bregenz–Belgrad. “Neutralität heißt nicht Wehrlosigkeit”, betont Promberger. Sondern vielmehr, sich selbst schützen zu können und zu wollen. “Wir müssen, und wir werden zukünftig auch immer selbstständig handeln. Das ist eine hoheitliche Aufgabe.”

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Bei der Fachveranstaltung sprach Generalmajor Promberger vor Vertretern der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft über die Gefahr durch Drohnen. Land Vorarlberg/7Pro.TV

Bundesheer auf Einkaufstour

In seinem Aufgabengebiet bleibt auch deswegen kein Stein auf dem anderen: Mit der Leonardo AW-169 und dem Black Hawk soll das Bundesheer bald 60 Hubschrauber von nur zwei statt wie vor wenigen Jahren noch Hubschraubertypen haben. Diese sollen dann in Vomp in Tirol auch dauerhaft wieder eine Heimat finden. Hinzu kommen mit dem C-390 neue Transportflugzeuge, die auch als Löschflugzeuge dienen sollen. Die Leonardo M-346 wird die Saab-105Oe ersetzen. Für den Eurofighter wird es in absehbarer Zeit auch einen Ersatz brauchen. Luftabwehr– und Radarsysteme werden ersetzt und modernisiert – und über die Beschaffungsinitiative Sky Shield soll eine Entscheidung für ein weiter reichendes Luftabwehrsystem getroffen werden.

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Auch um Personal wird geworben, etwa mit einer neuen Kooperation mit der AUA. Bei Drohnen ist die Entwicklung so rasant, dass man hier Übungsmaterial kaufe, kein Magazin fülle. Stattdessen wünscht sich der Air Chief robuste Lieferketten, eine Produktion im eigenen Land. “Es gibt hochpotente Firmen in Österreich, die dazu entweder in der Lage sind oder die in die Lage zu versetzen sind.”

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Bald wird auch die Diskussion um eine Nachfolge des Eurofighters beginnen. Diese sind seit 2007 im Dienst.Bundesheer

Bewusstsein schaffen

Darauf zielte auch Prombergers Besuch in Dornbirn ab, organisiert von der Offiziersgesellschaft Vorarlberg und der Gesellschaft für Landesverteidigung und Sicherheitspolitik in Vorarlberg: die wirtschaftliche und geistige Landesverteidigung wieder in die Köpfe von Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Gesellschaft zu bringen. “Jeder glaubt immer, Landesverteidigung ist nur die militärische. Wir sind in Wahrheit nur die letzte Säule.”

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Die Gastgeber der Veranstaltung: Oberst Josef Müller (Offiziersgesellschaft), Simon Kampl (Industriellenvereinigung), Generalmajor Gerfried Promberger, Wilhelm Klagian (Gesellschaft für Landesverteidigung und Sicherheitspolitik in Vorarlberg), Militärkommandant Brigadier Georg Dialer, Julian Fässler (Wirtschaftskammer) und Landesrat Markus Klien. Land Vorarlberg/7Pro.TV

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