37.000 Euro Schaden: Fischer fordern Maßnahmen gegen Fischräuber

Vorarlberg / 04.10.2026 • 15:30 Uhr
37.000 Euro Schaden: Fischer fordern Maßnahmen gegen Fischräuber
Heinz Gesson (r.) und Klaus Hofbauer vom Fischereiverein Feldkirch fordern Maßnahmen gegen Fischräuber. VN/Haller, Handout

Fischräuber machen den Fischern im Raum Feldkirch zunehmend zu schaffen. Der Fischereiverein hat die Entwicklung über Monate dokumentiert und fordert nun Maßnahmen.

Frastanz Mehr als 6000 Meter Draht hat der Fischereiverein Feldkirch inzwischen über die Becken seiner Zucht in Frastanz gespannt. Er soll verhindern, dass Kormorane und andere Raubtiere an die Fische gelangen. Obmann Heinz Gesson und Klaus Hofbauer zeigen den VN Videos aus der Überwachungskamera, Fotos von toten und verletzten Fischen und Schadensberechnungen. Über Monate haben sie die Vorfälle in der Fischzucht und an den Vereinsgewässern dokumentiert. Allein in der Fischzucht wird der Verlust in einer Schadensmeldung mit 15.000 Forellen innerhalb von gut fünf Wochen beziffert. Auf den Aufnahmen sind Kormorane zu sehen, die in den Becken nach Fischen jagen.

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Nicht nur die extreme Trockenheit macht den Fischern in diesem Jahr zu schaffen. Zunehmend beschäftigen sie auch Fischräuber. Kormorane, die vor allem am Bodensee seit Jahren für Diskussionen sorgen, tauchen inzwischen auch im Oberland auf. Hinzu kommen Graureiher, Gänsesäger und Fischotter. “Früher haben wir das nicht gehabt”, sagt Hofbauer, der seit Jahrzehnten fischt. Vor rund 15 Jahren sei die Situation noch eine völlig andere gewesen. “Jedes Tier hat seine Berechtigung”, betont Gesson. “Doch wo das Verhältnis zwischen Räubern und Beute aus dem Gleichgewicht gerät, muss reguliert werden”, lautet ihre Forderung.

37.000 Euro Schaden: Fischer fordern Maßnahmen gegen Fischräuber
In der Fischzucht in Frastanz zieht der Fischereiverein unter anderem junge Forellen auf. Die Verluste durch Fischräuber beschäftigen den Verein zunehmend. VN
37.000 Euro Schaden: Fischer fordern Maßnahmen gegen Fischräuber
Mehr als 6000 Meter Draht wurden inzwischen über die Becken der Fischzucht in Frastanz gespannt. Sie sollen die Fische vor Angriffen aus der Luft schützen.VN
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In der Fischzucht in Frastanz zieht der Fischereiverein unter anderem junge Forellen auf. VN

37.000 Euro Schaden berechnet

Der Verein schätzt auf Basis der Fangzahlen der vergangenen Jahre den Schaden durch Prädatoren im Jahr 2025 auf 37.000 Euro. 24.000 Euro entfallen dabei auf die Zuchtstation, weitere 13.000 Euro auf die Fließgewässer. Der Rückgang beträgt demnach rund 25 Prozent. Das Land betont auf VN-Anfrage, dass es keine landesweiten Zahlen zu den Schäden gibt. Kormorane und Graureiher könnten bei lokalen Konzentrationen aber erhebliche Verluste bei Fischbeständen und Besatzmaßnahmen verursachen.

37.000 Euro Schaden: Fischer fordern Maßnahmen gegen Fischräuber
Tote und verletzte Hechte gehören zu den Vorfällen, die der Fischereiverein dokumentiert hat. Insgesamt berechnet er den Schaden durch Fischräuber für 2025 mit rund 37.000 Euro.Fischzucht Frastanz
37.000 Euro Schaden: Fischer fordern Maßnahmen gegen Fischräuber
Hofbauer und Gesson sehen die Fischer nicht nur als Nutzer, sondern auch als wichtige Beobachter der Gewässer. Sie melden Verschmutzungen, illegale Ablagerungen und andere Auffälligkeiten. VN

Beim Kormoran sind Eingriffe bereits möglich. Verordnungen erlauben unter bestimmten Voraussetzungen zeitlich begrenzte Abschüsse. Gesson sieht ein Problem in der Praxis: “Die Umsetzung hängt von der jeweiligen Jägerschaft ab.” Das Land verweist auf die hohe Mobilität der Tiere und arbeitet mit den Nachbarregionen an einem gemeinsamen Management.

37.000 Euro Schaden: Fischer fordern Maßnahmen gegen Fischräuber
Aufnahmen des Fischereivereins zeigen Kormorane bei der Fischzucht. Die Vögel, die vor allem am Bodensee seit Jahren für Diskussionen sorgen, werden inzwischen auch im Oberland zum Thema.Fischzucht Frastanz

Fischotter breitet sich aus

Anders ist die Situation beim Fischotter. Nachdem die Art hierzulande lange ausgestorben war, gibt es seit 2017 wieder Nachweise, die in den vergangenen drei Jahren deutlich zugenommen haben. Ein Schwerpunkt liegt im Raum Feldkirch.

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Der Bestand dürfte derzeit nur wenige Tiere umfassen. Zudem ist der Fischotter streng geschützt, eine Entnahme nur unter strengen Voraussetzungen möglich. Das Land verweist deshalb zunächst auf Schutzmaßnahmen wie Einzäunungen. Mit einer weiteren Ausbreitung könnten aber auch die Konflikte zunehmen und künftig ein “Managementbedarf” entstehen.

37.000 Euro Schaden: Fischer fordern Maßnahmen gegen Fischräuber
Der Schutz der Fischzucht wird immer aufwendiger. Eine professionelle Vogelschutzanlage würde nach Angaben des Vereins rund 200.000 Euro kosten. VN

Schutz kostet Hunderttausende

Auch der Schutz ist für den Verein eine Kostenfrage. Für eine Vogelschutzanlage in Frastanz liegt ein Angebot über rund 200.000 Euro vor. Ein rund 1300 Meter langer Schutzzaun gegen Fischotter würde nach erster Schätzung weitere 200.000 Euro kosten. Das Land verweist auf Fördermöglichkeiten für Fischerei und Aquakultur. Gesson hält dem entgegen, dass beim Verein bisher keine Förderung angekommen sei. “Man lässt uns im Regen stehen.”

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Gesson befürchtet langfristige Folgen für die Fischerei: “Die Fischer werden ausbleiben und keine Lizenzen mehr lösen.” Damit fehlten Einnahmen für Fischzucht und Gewässerpflege – für die die Mitglieder 2025 allein 8400 ehrenamtliche Stunden aufgewendet haben. Für Gesson und Hofbauer geht es um mehr als das Fischen: Die Mitglieder meldeten auch Verschmutzungen, illegale Ablagerungen und andere Auffälligkeiten. “Die Fischer sind die besten Gewässerschutzpatrone.”

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