Die Ruhe nach dem Sturm

Vorarlberg / 14.10.2026 • 13:49 Uhr
Pflegeheim "In der Wirke"
Die Fähigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner werden so gut es noch möglich ist gefördert und unterstützt. SeneCura/Fasching

Nach Turbulenzen steuert das Pflegeheim “In der Wirke” wieder durch sanfte Gewässer.

Hard Zuerst die Anschuldigungen einer Familie, wonach man den Vater im Heim habe verhungern lassen, verbunden mit wochenlangen Schlagzeilen, danach ein immenser Wasserschaden, der dafür sorgte, dass die Demenzstation geräumt und 18 Bewohner umgesiedelt werden mussten: Es waren turbulente Monate, die den Verantwortlichen im SeneCura-Pflegeheim “In der Wirke” in Hard alles abverlangt haben. Inzwischen ist Ruhe eingekehrt. “Wir haben den uns zur Last gelegten Vorfall mit den Angehörigen in einem guten Austausch aufgearbeitet”, bekräftigt Regionaldirektor Daniel Siegl. Der Akt sei auch vonseiten der Behörde geschlossen worden, wobei “wir uns nichts vorzuwerfen haben”, wie er mit Nachdruck festhält. Die Demenzstation konnte im Juni nach einer 1,5 Millionen Euro schweren Generalsanierung ebenfalls wieder eröffnet und mit Leben erfüllt werden. “Es war ein Lernen für alle”, fasst Siegl die schwierige Zeit zusammen. Ziel ist es nun, das Haus offen zu gestalten. Dazu sollen unter anderem Veranstaltungen und Treffs beitragen.

Die Ruhe nach dem Sturm
Das Pflegeheim “In der Wirke” hat herausfordernde Zeiten hinter sich. VN/Steurer

Personal aufgestockt

Das Pflegeheim “In der Wirke” besteht seit elf Jahren. Es beherbergt 58 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 15 betreute Wohnungen. Der Personalstand umfasst 68 Mitarbeitende, 45 von ihnen sind in der Pflege beschäftigt. Nach der Wiederinbetriebnahme der Demenzstation wurde das Personal aufgestockt. Jetzt kann Hausleiter Günter Vousnik auf eine Vollbesetzung verweisen. “Wir hatten kein Problem, Pflegepersonen zu bekommen”, fügt er erleichtert an. Die Umsiedlung der 18 Bewohner aus der desolaten Demenzstation sei hingegen ein Kraftakt, aber unumgänglich gewesen, erzählt Vousnik. In Absprache mit den Angehörigen konnten die Leute jedoch binnen weniger Tage in anderen Heimen der SeneCura untergebracht werden. Daniel Siegl kann dem Team und den Angehörigen nicht genug für den umsichtigen Einsatz danken.

Die Ruhe nach dem Sturm
Daniel Siegl ist SeneCura-Regionaldirektor für Vorarlberg und Tirol. VN/Steurer

Seit der Neueröffnung im Juni ist die Station wieder voll. Ein Betreuungsdienst entlastet die Pflegekräfte und übernimmt die Angehörigenarbeit. “Es ist uns wichtig, die Betreuung für Bewohner und Personal so nachhaltig wie möglich zu gestalten”, erklärt Pflegedienstleiter Sandro Strauss. Aktivitäten helfen dabei. Ausflüge zum Wochenmarkt etwa, wo schon ein Stammtisch für die Besucher aus der Wirke bereitsteht, bringen Abwechslung in den Alltag. “In Planung ist auch ein Demenzcafé, das wir gemeinsam mit dem Sozialsprengel einrichten wollen”, sagt Strauss. Es gab außerdem bereits einen Seniorentreff, und die Bürgermusik schaute auch schon einmal nach der Probe spontan auf ein Ständchen vorbei. Vor Weihnachten steht ein Konzert auf dem Programm. “Es ist uns ein Anliegen, das Pflegeheim zu öffnen”, spricht Regionaldirektor Daniel Siegl nicht nur in diesem Zusammenhang von umfassender Transparenz.

Pflegeheim "In der Wirke"
Verschiedene Angebote machen das Leben im Heim abwechslungsreich. SeneCura/Fasching

Qualitätsmanagement

Ebenso gefeilt wurde am Qualitätsmanagement, wobei vor allem die interne Qualitätskontrolle im Fokus stand. “Es gilt das Prinzip einer lückenlosen Dokumentation, egal, was es betrifft, alles muss erfasst werden, auch die kleinste Kleinigkeit”, betont Siegl. Pflegedienstleiter Sandro Strauss führt die strengen Standards ins Treffen, die sich die Einrichtung selbst auferlegt hat: “Sie sind unsere Absicherung.” Ganz generell wünschen sich alle Beteiligten einen fairen Umgang mit Themen, die das Pflegewesen betreffen: “Es braucht alle, um es gut gestalten zu können”, betont Daniel Siegl.