Herzversagen mit 23 Jahren: So geht es mit Claudios Goissahof weiter

Claudio Raffl wollte mit 23 Jahren seinen Lebenstraum leben, einen eigenen Ziegenhof in Doren. Dann starb er plötzlich an Herzversagen. So soll es nun nach dem Wunsch seiner Familie weitergehen.
Doren “Wir haben uns bestmöglich um den Hof gekümmert, aber das ist auf Dauer so nicht möglich”, erklärt Beate Raffl. Sie steht mit ihrem Mann Werner vor dem Stall am Rande von Doren, den ihr Sohn Claudio gemeinsam mit seiner Freundin in kürzester Zeit aufgebaut hat – bevor er im März dieses Jahres überraschend an Herzversagen starb. Plötzlich stand die Familie mit einem Hof und knapp 200 Ziegen da.
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Die Anteilnahme nach dem Schicksalsschlag war groß: Knapp 120.000 Euro kamen zusammen, um die Fortführung des Hofs zu ermöglichen. Von der Familie über die Nachbarn, Händler und Partner bis zum Ziegenzuchtverband standen alle der Familie mit Rat und Tat zur Seite. Mit Johannes half ein Zivildiener am Hof mit, viele andere zeigten ihre Anteilnahme. “Es ist nicht in Worte zu fassen”, betonen die Raffls ihre Dankbarkeit.
Es braucht eine Nachfolge
Doch der Hof steht ohne Nachfolger da. “Es war Claudios Traum”, betont seine Mutter. Schon von klein auf befasste er sich mit Ziegen, half beim Großvater auf dem Hof mit und erarbeitete sich über Jahre das Wissen um die Ziegenzucht. Seine Schwester hat andere Pläne, seine Lebensgefährtin kann den Hof nicht alleine stemmen. Mutter Beate ist berufstätig, auch Werner ist eigentlich Tischler, nicht Landwirt. “Das Handwerk lief die letzten Monate eher nebenher mit”, räumt Werner ein. Bislang konnten sie die Tiere versorgen und den Stall am Laufen halten. Doch es braucht jemanden mit dem vertieften Wissen um die Tierhaltung und vor allem auch um die Zucht. “So ist es etwas perspektivlos, irgendwann muss man eine Entscheidung treffen”, bringt es Werner auf den Punkt.

Die Entscheidung ist, dass man einen Landwirt sucht, der den Betrieb übernehmen will. Der Goissahof ist ein auf Milch- und Ziegenzucht ausgerichteter Betrieb mit einem rund 300 Quadratmeter großen Stall, der für bis zu 250 Ziegen ausgelegt ist. Derzeit umfasst der Bestand 196 Tiere, darunter 108 Milchziegen, acht Zuchtböcke und 80 Kitze. Die Melkanlage ist nagelneu, der Stall verfügt weiters über zwei Futterbänder und einen Hoflader. Direkt an den Stall schließen rund drei Hektar Weidefläche an, weitere Flächen könnten möglicherweise dazugepachtet werden. Stall und Weideflächen befinden sich nicht im Eigentum, sondern sind gepachtet. Zum Betrieb gehören außerdem landwirtschaftliche Maschinen und Werkzeuge sowie vorhandene Vorräte an Futter, Heu und weiteren Materialien, deren Übernahme erwünscht ist.
Die Familie bietet dem Nachfolger eine geregelte Übergabe und Einschulung unter anderem in die technischen Anlagen, die Wasserversorgung und die Besonderheiten des Winterbetriebs an. Interessierte können sich unter 0664 1417740 bei der Familie Raffl melden.

Hof soll erhalten bleiben
Schwager Thomas half bei der Erstellung der Website zur Nachfolge, und auch hier ist der Rückhalt wieder groß. “Menschen teilen den Beitrag, die wir gar nicht persönlich kennen”, ist Beate dankbar über das Echo aus dem gesamten Bregenzerwald. “Der große Wunsch wäre, dass der ganze Aufwand von Claudio und seinen Kollegen sichtbar bleibt”, hofft Werner, dass der Hof in seiner angedachten Form eine Zukunft hat.