Nachbarin angeblich mit Halsabschneiden bedroht

Angeklagter bestreitet, sie habe ihn “scheiß Türk” genannt und beschimpft.
Feldkirch Die zwei Wohnparteien des Hohenemser Wohnblocks sind offenbar nicht die besten Freunde. Das äußerte sich auch im September dieses Jahres auf dem Parkplatz.
Die Version des “Opfers” am Landesgericht Feldkirch lautet: “Sie versperrten mir die Zufahrt zur Tiefgarage, ich konnte nicht hinunterfahren, deshalb sagte ich, sie sollen wegfahren. Daraufhin kam es zu einer Diskussion. Mein Nachbar stieg aus, sagte, er werde mir den Kopf abschneiden, und machte eine entsprechende Geste, indem er mit dem Finger über seinen Hals strich.” Der Aussage der 64-jährigen Zeugin steht die Erzählung des Angeklagten gegenüber. Der schildert die Situation ganz anders.
Zigeunerin und andere Beleidigungen
Das türkische Ehepaar erzählt, dass die Mitbewohnerin überhaupt recht seltsam sei. An jenem Tag habe sie wegen des Umparkens gleich an die Autoscheibe geklopft und den Wagen bespuckt. Sie habe die 29-jährige Ehefrau des Angeklagten mit Hure und Zigeunerin beschimpft. Zu ihm habe sie “Verschwinde, Du scheiß Türk” gesagt. Selbst am Gerichtsgang vor dem Prozess habe die Rentnerin zu der Frau “Du schwarzer Teufel” gesagt und vor dem Gerichtsgebäude auf der Straße seltsame Gesten gemacht.
Die Rentnerin wird befragt, ob sie mit dem Ehepaar Streit habe. Sie dementiert. Lediglich einmal vor zwei Jahren habe sie nach oben geschimpft, weil die junge Türkin irgendetwas ausbeutelte und der Dreck nach unten rieselte. “Sie hat mich nur angeschnauzt: ‚Bist Du Hausmeisterin oder was?‘”
Zwei gegen zwei
Zurzeit steht es Aussage gegen Aussage. Und zwar die des türkischen Ehepaares gegen jene des mutmaßlichen Opfers und einer weiteren, türkischen Nachbarin. Eine Augenzeugin, eine 53-jährige Mitbewohnerin, will nämlich ebenfalls die Halsabschneidergeste gesehen und die Drohung mit dem Kopfabschneiden gehört haben.
Nun wird ein weiterer Zeuge geladen, der in der Nähe gestanden und alles beobachtet haben soll. Es bleibt spannend, welche Version der Geschichte vom Gericht als glaubwürdig befunden wird. Der Prozess wurde vertagt.