Drei österreichische Ärzte unter den Opfern

10.03.2019 • 21:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Über 150 Tote bei Flugzeugabsturz in Äthiopien. Ursache unklar.

addis Abeba, Linz Beim Absturz einer Passagiermaschine in Äthiopien sind nach Angaben der betroffenen Fluggesellschaft Ethiopian Airlines alle 157 Insassen – 149 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder – ums Leben gekommen. An Bord der Boeing 737-800MAX waren Menschen aus 35 Staaten. Unter den Absturzopfern befinden sich auch drei an Linzer Kliniken tätige Ärzte aus Oberösterreich. Die Mediziner im Alter zwischen 30 und 40 Jahren hätten aus beruflichen Gründen über Nairobi nach Sansibar reisen wollen. Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ)sprachen den Angehörigen der toten Ärzte Beileidsbekundungen aus.

Die Unglücksursache steht noch nicht fest. Wie allerdings am Sonntag bekannt wurde, hatte der erfahrene Pilot kurz nach dem Start von Flug ET302, der von Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba nach Nairobi gehen sollte, „Probleme“ gemeldet und um Erlaubnis zur Rückkehr gebeten. Dafür bekam er grünes Licht. Dann riss der Kontakt ab. Der Start war bei gutem Wetter erfolgt. Der Airline zufolge brach der Kontakt mit der Maschine sechs Minuten nach dem Abheben gegen 8.30 Uhr am Sonntagmorgen (Ortszeit) ab. Zu diesem Zeitpunkt habe sich die Maschine nahe der Stadt Bishoftu befunden, hieß es.

Erst kürzlich gewartet

Ethiopian Airlines gehört mit 108 Flugzeugen zu den größten Airlines Afrikas und dem Verbund der Star Alliance. Die Fluggesellschaft hatte die neue Maschine nach eigenen Angaben erst im November erworben. Zuletzt war sie am 4. Februar gewartet worden. Seit dem Kauf des Fliegers Ende letzten Jahres soll die Boeing rund 1200 Stunden im Einsatz gewesen sein.

An der Unglücksstelle nahmen Polizisten, Soldaten und ein Ermittlungsteam der Behörde für zivile Luftfahrt ihre Arbeit auf. Ein AFP-Reporter berichtete von einem tiefen Krater. Flugzeugteile und persönliche Gegenstände der Passagiere lagen weit verstreut. Rettungskräfte bargen menschliche Überreste aus dem Flugzeugwrack.

Der Absturz ereignete sich am Vortag der Jahresversammlung des UN-Umweltprogramms in Nairobi. UN-Generalsekretär António Guterres zufolge waren auch Mitarbeiter der Vereinten Nationen an Bord.

Flugzeugteile und persönliche Gegenstände lagen weit verstreut. Für Angehörige wurde ein Informationsschalter eingerichtet.Reuters, AFP
Flugzeugteile und persönliche Gegenstände lagen weit verstreut. Für Angehörige wurde ein Informationsschalter eingerichtet.Reuters, AFP