EU-Wahl begann in Niederlanden und Großbritannien

Welt / 23.05.2019 • 09:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
EU-Wahl begann in Niederlanden und Großbritannien

In beiden Ländern werden Zuwächse für Rechtspopulisten und EU-Gegner erwartet.

London In Großbritannien und den Niederlanden haben am Donnerstag die Europawahlen begonnen. Die niederländischen Wähler können bis 21.00 Uhr ihre Stimme abgeben, die britischen bis 23.00 Uhr. In beiden Ländern werden deutliche Zuwächse für die Rechtspopulisten und EU-Gegner erwartet.

Offizielle Ergebnisse dürfen erst nach Ende der viertägigen Europawahl in allen 28 Mitgliedstaaten am Sonntagabend veröffentlicht werden. In den Niederlanden gibt es am Abend aber voraussichtlich Prognosen der TV-Sender. In Großbritannien wird erst am Sonntag mit der Auszählung begonnen.

Unklarheiten über britische Abgeordnete

Die Briten sollten wegen des Brexits eigentlich nicht mehr an den Wahlen teilnehmen. Da der eigentlich für den 29. März geplante EU-Austritt aber wegen fehlender Einigung im britischen Parlament bereits zwei Mal verschoben wurde, finden in Großbritannien die Europawahlen nun doch statt. Unklar ist, ob die 73 britischen Europaabgeordneten ihre Sitze je einnehmen werden. Nach dem Willen der Regierung soll der Austritt noch vor der konstituierenden Sitzung des Parlaments Anfang Juli vollzogen werden. Ob das gelingt, scheint jedoch zweifelhaft.

In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage führt die neu gegründete Brexit-Partei des EU-Gegners Nigel Farage mit 37 Prozent der Stimmen. Die konservativen Tories von Premierministerin Theresa May liegen demnach mit sieben Prozent auf dem fünften Platz. Auch die oppositionelle Labour Party kommt nur auf 13 Prozent. Die Liberaldemokraten und die Grünen, die sich gegen den EU-Austritt aussprechen, erleben indes Höhenflüge. Die Wähler scheinen die Gelegenheit nutzen zu wollen, um die beiden großen Parteien für das Chaos um den EU-Austritt abzustrafen.

427 Millionen Bürger wahlberechtigt

In den Niederlanden dürfte die rechtspopulistische und einwanderungsfeindliche Partei “Forum für Demokratie” von Thierry Baudet, die erst vor zwei Jahren gegründet wurde, starken Zulauf erhalten. Umfragen zufolge könnte sie sogar vor den Liberalen (VVD) von Regierungschef Mark Rutte landen und bis zu fünf der 26 niederländischen Sitze im Europaparlament holen. Hinzu kommen im rechten Lager die Stimmen für die Freiheitspartei (PVV) des Rechtspopulisten Geert Wilders. Im europaweiten Fokus steht der PvdA-Frontmann Frans Timmermans, der Spitzenkandidat der europäischen Sozialdemokraten.

In den 28 Mitgliedstaaten sind insgesamt 427 Millionen Bürger aufgerufen, die 751 Europaabgeordneten zu bestimmen. In Österreich wird wie in den meisten EU-Ländern am Sonntag gewählt. Erste Trendprognosen werden hierzulande nach 17.00 Uhr erwartet.

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