Die Landshut soll nach Berlin

Seit 2017 wartet das Flugzeug im Hangar vergeblich auf eine Ausstellung.
Friedrichshafen Die spektakuläre Rückholung des schrottreifen Passagierflugzeugs aus Brasilien war 2017 vor allem ein Schnellschuss des damaligen Außenministers Sigmar Gabriel (SPD). 20.000 Euro kostete die Landshut, ein Denkmal des Terrors der Roten Armee Fraktion (RAF) im Deutschen Herbst 1977. Die Befreiung der Maschine in Mogadischu durch die erst fünf Jahre vorher aufgestellte GSG 9 machte diese weltberühmt und war der Hauptauslöser für die Selbstmorde der RAF-Leitung rund um Andreas Baader im Hochsicherheitstrakt der JVA Stuttgart und die darauffolgenden Taten der zweiten und dritten Generation der RAF. Die Landshut flog noch lange weiter, nach mehreren Besitzerwechseln landete sie in Brasilien und sollte letztlich im Dornier-Museum am Bodensee eine neue Heimat finden. Dort wartet sie derzeit im Hangar auf ihre Restauration. Doch wie der “Spiegel” am Freitag berichtet, soll nun bis zum Sommer eine Ausstellung der Landshut im überarbeiteten Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Berlin-Gatow geprüft werden. Entsprechende Überlegungen bestätigte auch das Kultusministerium.

Prüfung bis zum Sommer
Dieser Prüfung geht ein langer Streit ums Geld voraus. Die hinter dem privat geführten Museum stehende Stiftung könne den langfristigen Erhalt des Museums und des Standorts über 2025 hinaus nicht gewährleisten, zitieren das Nachrichtenmagazin und weitere deutsche Medien aus internen Dokumenten des Kanzleramts. Bereits vergangenes Jahr wurde bekannt, dass sich Staat und Stiftung nicht auf die Kosten der Dauerausstellung einigen konnten. Dem Südkurier gegenüber gab das Dornier-Museum zu verstehen, dass man nichts von einer Verlegung des Flugzeugs nach Berlin wisse.
Die Diskussion einer Verlegung der Ausstellung zum deutschen Herbst nach Berlin ist ebenfalls nicht neu. So gab es 2019 bereits Überlegungen, am alten Berliner Flughafen Tempelhof ein Museum rund um die Landshut zu entwerfen. Dies sei laut Tagesspiegel auch für Gabriel die zu priorisierende Lösung. Dafür spräche auch der zivile Status des Flugzeugs. Die Grenzschutzgruppe 9, wie die GSG 9 offiziell heißt, ist weiters kein Teil der Streitkräfte, sondern der Bundespolizei. Offen sei außerdem, wie man die nicht flugfähige Maschine nach Berlin brächte.