Goldabbau schadet Regenwald

Welt / 05.11.2020 • 22:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Goldgräber schlagen auf der Suche nach dem Edelmetall tiefe Schneisen. Ap
Goldgräber schlagen auf der Suche nach dem Edelmetall tiefe Schneisen. Ap

Erschöpfter Boden: Illegale Goldgräber machen Tropenwald zu schaffen.

Itaituba Wo illegale Goldgräber Schneisen in den Regenwald schlagen und sich auf der Suche nach dem Edelmetall tief in die Erde graben, erholt sich der Wald nur schwer. Dies berichten Forscher der britischen University of Leeds im „Journal of Applied Ecology“. „Tropenwälder werden von Goldförderung und Bergbau stark beeinträchtigt“, sagte Ko-Autorin Michelle Kalamandeen, und sie wachsen kaum nach. Kalamandeen und die anderen Forscher warnen auch in Hinblick auf den Klimawandel, dass die Folgen lange anhalten und eine aktive Landbewirtschaftung notwendig ist.

Das Amazonas-Gebiet ist der größte Kohlendioxid-Speicher der Welt. Die Aufnahmefähigkeit und Speicherkapazität sinken jedoch mit der Zerstörung des Regenwaldes. Der Studie zufolge wachsen die Tropenwälder in stillgelegten Goldförder- und Bergbaugruben nur sehr schwer nach. Das Team betrieb auf zwei kurz zuvor verlassenen Goldminen in Guyana Feldforschung, analysierte Bodenproben und bestimmte die Biomasse einzelner Bäume. An einigen Orten hatte sich der Wald auch lange nach dem Stopp der Goldförderung fast nicht erholt.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Erschöpfung der Nährstoffe die Erholung mehr beeinträchtigt als die Quecksilberverschmutzung. Der fruchtbare Boden des Regenwalds ist nur sehr dünn. Der hohe Quecksilbergehalt hat jedoch schwerwiegende Auswirkungen auf Ernährungssicherheit, Wasserversorgung und Biodiversität. Die illegale Goldsuche ist im Norden Südamerikas entlang des Guyana-Schildes für 90 Prozent der Entwaldung verantwortlich: in den Ländern Guyana, Surinam, Französisch-Guayana, Venezuela, Kolumbien und Brasilien. Im brasilianischen Amazonas-Gebiet konzentriert sich diese Suche etwa mit Hunderten illegalen Goldgruben im Westen des Pará, wo sie längst auch bei den indigenen Munduruku angekommen ist.

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