Ascheregen auf St. Vincent

Welt / 11.04.2021 • 22:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Nahe dem Berg im Norden der Inseln waren Straßen und Häuser mit einer dicken Ascheschicht bedeckt. Reuters
Nahe dem Berg im Norden der Inseln waren Straßen und Häuser mit einer dicken Ascheschicht bedeckt. Reuters

Sorge vor weiteren Ausbrüchen des Vulkans La Soufrière. Tausende evakuiert.

Kingstown Die Karibikinsel St. Vincent ist nach dem Ausbruch des Vulkans La Soufrière von Ascheregen bedeckt worden. Der Katastrophenschutz des Inselstaats St. Vincent und die Grenadinen meldete am Wochenende extrem starken Ascheniederschlag und heftigen Schwefelgeruch. Der Vulkan war am Freitag erstmals seit 1979 wieder ernsthaft ausgebrochen und hatte eine Aschewolke sieben Kilometer in die Luft geschleudert. Tausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Zwischenzeitlich ist La Soufrière ein weiteres Mal ausgebrochen; dabei spuckte der Vulkan erneut eine 4000 Meter hohe Aschewolke aus. Die Direktorin des Seismologischen Instituts an der Universität der westindischen Inseln, Erouscilla Joseph, sprach am späten Samstagabend (Ortszeit) von „weiteren Eruptionen“ im Tagesverlauf. Experten warnten, dass es noch Tage oder Wochen zu weiteren Eruptionen kommen könnte. „Der erste Knall ist nicht unbedingt der größte“, sagte Geologe Richard Robertson.

Am Wochenende habe sich den 110.000 Bewohnern von St. Vincent ein Bild wie in einem „Winterwunderland“ geboten, schrieb das Nachrichtenportal „News 784“. Alles sei mit weißlicher Asche bedeckt: Straßen, Wohnhäuser, offizielle Gebäude. In einigen Gebieten sei die Sicht durch den Aschesmog extrem eingeschränkt.

Regierungschef Ralph Gonsalves sagte am Sonntag, je nachdem wie groß der Schaden sei, könnte es vier Monate dauern, bis sich das Leben wieder normalisiert habe. Die Landwirtschaft werde leiden, Tiere würden verenden, aber gemeinsam könne man das Land wieder aufbauen, sagte er dem Radiosender NBC. Er sprach von „einem riesigen Einsatz“, der der Insel bevorstehe. In weiten Teilen der Insel sei die Wasserversorgung gekappt worden. Wegen des Aschesmogs sei zudem der Luftraum im gesamten Land gesperrt.