Artenvielfalt gefährdet

Welt / 15.04.2021 • 22:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Einzigartige Tiere wie der Schneeleopard sind in Gefahr. APA
Einzigartige Tiere wie der Schneeleopard sind in Gefahr. APA

Erderwärmung macht artenreichen Regionen besonders zu schaffen.

Paris Schneeleoparden im Himalaya, Lemuren in Madagaskar, Waldelefanten in Zentralafrika: Die Klimakrise gefährdet einer Studie zufolge insbesondere artenreiche Regionen. Die Forscher untersuchten rund 300 Zonen mit einer großen Artenvielfalt. Dabei stellten sie fest, dass Tiere und Pflanzen, die nur in dem jeweiligen Gebiet vorkommen, besonders stark vom Aussterben bedroht sind, hieß es in einer am Freitag in der Zeitschrift „Biological Conservation“ veröffentlichten Studie.

Im Vergleich mit weiter verbreiteten Spezies seien diese endemischen Arten durch den Klimawandel dreimal stärker vom Aussterben bedroht. Im Vergleich mit invasiven Arten seien sie sogar zehnmal stärker betroffen. Der Klimawandel bedrohe Gebiete, in denen eine Vielzahl von Arten lebe, „die nirgendwo sonst auf der Welt zu finden sind“, sagte die Hauptautorin der Studie von der Bundesuniversität in Rio de Janeiro, Stella Manes. „Das Risiko, dass diese Arten für immer verloren gehen, steigt um mehr als das Zehnfache, wenn wir die Ziele des Pariser Abkommens verfehlen.“ Für die Studie waren Risiko-Bewertungen für rund 8000 Arten in fast 300 besonders artenreichen Regionen erstellt worden.
„Naturgemäß können diese Arten nicht einfach in eine günstigere Umgebung umsiedeln“, sagte Co-Autor Mark Costello von der Universität Auckland. Bei einem Anstieg von drei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter stünden 84 Prozent der endemischen Arten in Bergregionen vor dem Aussterben, auf manchen Inseln bis zu hundert Prozent. Der Hoffnung, dass besonders artenreiche Regionen in einer wärmer werdenden Welt als Rückzugsorte dienen könnten, erteilen die Forscher daher eine Absage.
Die Temperatur der Erdoberfläche stieg bereits um ein Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Manche Forscher befürchten gar, dass bereits vor Ende des Jahrhunderts ein Anstieg auf mehr als drei Grad erreicht wird. Die Autoren der Studie betonen, dass im Kampf um die bedrohten Arten jedes Zehntelgrad zähle.