U-Bahn-Unglück wirft Fragen auf

Welt / 05.05.2021 • 22:34 Uhr
Eine zwölf Meter hohe U-Bahn-Brücke ist eingestürzt, als gerade eine U-Bahn über sie fuhr. Die Zahl der Todesopfer ist auf 25 gestiegen. AFP
Eine zwölf Meter hohe U-Bahn-Brücke ist eingestürzt, als gerade eine U-Bahn über sie fuhr. Die Zahl der Todesopfer ist auf 25 gestiegen. AFP

Suche nach Ursache läuft auf Hochtouren. Staatstrauer angeordnet.

Mexiko-Stadt Nach dem schweren U-Bahn-Unglück in Mexiko-Stadt ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 25 gestiegen. Fast 80 Menschen seien zur Behandlung ihrer Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden, teilte Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum mit. Die mexikanische Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Eine zwölf Meter hohe U-Bahn-Brücke der Linie 12 war eingestürzt, als gerade eine U-Bahn über sie fuhr. Der Zug wurde in zwei Teile zerrissen. Mexikos Bundesanwaltschaft und die Staatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt leiteten gemeinsam Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein. Sie sollen Unterstützung von internationalen Experten erhalten, wie Staatschef Manuel López Obrador ankündigte.

Der Unfall, eines der weltweit schwersten U-Bahn-Unglücke der vergangenen Jahrzehnte, wirft viele Fragen auf. Die Linie 12 war erst am 30. Oktober 2012 vom damaligen Bürgermeister und heutigen mexikanischen Außenminister Marcelo Ebrard eingeweiht worden. Ebrard bot seine Zusammenarbeit bei der Untersuchung der Ursachen an. Bürgermeisterin Sheinbaum kündigte an, der bauliche Zustand der Linie 12 werde überprüft. Vorerst werde der Betrieb auf der Strecke eingestellt.

Fernando Espino von der Gewerkschaft für die U-Bahn-Mitarbeiter sagte dem Fernsehsender Milenio, Ingenieure hätten bereits mehrfach Mängel an der rund 25 Kilometer langen U-Bahnlinie 12 festgestellt. “Es kann Nachlässigkeit gewesen sein”, sagte der Gewerkschaftschef zur möglichen Unglücksursache. Die Hinweise der Fachleute seien womöglich “nicht ernst genommen” worden. Laut Espino wird die Linie 12 anders als die übrigen U-Bahn-Strecken in Mexiko-Stadt von einer externen Firma gewartet. Die U-Bahn der mexikanischen Hauptstadt ist seit 1969 in Betrieb. Sie hat inzwischen zwölf Linien und befördert täglich rund 4,5 Millionen Menschen.