1000 Tage voller Ungewissheit

Welt / 04.01.2022 • 22:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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WikiLeaks-Gründer Julian Assange harrt seit April 2019 im Hochsicherheitsgefängnis aus.

london Der Londoner Vorort Thamesmead, ein Ort der Trostlosigkeit. Hier steht das Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh und hinter seinen Mauern leben die gefährlichsten Verbrecher des Vereinigten Königreichs: Mörder, Vergewaltiger und Terroristen. Und hier wird WikiLeaks-Gründer Julian Assange festgehalten. Am heutigen Mittwoch sind es 1000 Tage seit seiner Festnahme im April 2019.

Rückschlag

Im juristischen Tauziehen mit Washington musste Assange erst vor Kurzem einen heftigen Rückschlag hinnehmen. Das Londoner High Court gab dem Berufungsantrag der USA statt und hob das von einem anderen Gericht verhängte Auslieferungsverbot wieder auf. Nun warten die Anwälte Assanges da­rauf, die Erlaubnis für eine erneute Berufung vor dem obersten britischen Gericht, dem Supreme Court, zu erhalten. Für den 50-jährigen Australier geht die Ungewissheit also weiter. Die US-Justiz wirft ihm vor, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan sowie eine riesige Zahl diplomatischer Depeschen gestohlen und auf der Internetplattform WikiLeaks veröffentlicht zu haben. Für die US-Ermittler ist Assange ein Spion. Ihm droht ein Strafmaß von bis zu 175 Jahren.

Ein Mann, der sich seit Jahren für die Freilassung Assanges einsetzt, ist der UNO-Sonderberichterstatter Nils Melzer. Für ihn ist die Lage klar: An Assange soll ein Exempel statuiert werden. „Es geht nicht darum, Assange für ein echtes Verbrechen zu bestrafen“, so Melzer. Es gehe in Wirklichkeit darum, andere Journalisten einzuschüchtern, die ähnlich brisantes Material in die Hände bekämen, so der UNO-Experte.

Der Aufdecker und WikiLeaks-Gründer Julian Assange kämpft seit mehr als einem Jahrzehnt für seine Freiheit. reuters
Der Aufdecker und WikiLeaks-Gründer Julian Assange kämpft seit mehr als einem Jahrzehnt für seine Freiheit. reuters

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