Großinvestition für Welterbe

Welt / 28.01.2022 • 22:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Das einzigartige Riff vor der Ostküste Australiens dehnt sich über mehr als 340.000 Quadratkilometer aus. AP
Das einzigartige Riff vor der Ostküste Australiens dehnt sich über mehr als 340.000 Quadratkilometer aus. AP

Australien hat rund 631 Millionen Euro für den Schutz des Great Barrier Reef zugesagt.

Canberra Australien hat ein Hunderte Millionen Euro schweres Paket zum Schutz des durch den Klimawandel bedrohten Great Barrier Reef vorgestellt. Der konservative Premierminister Scott Morrison kündigte an, dass die Regierung über neun Jahre insgesamt eine Milliarde Australische Dollar (631 Millionen Euro) in Maßnahmen zum Erhalt des einzigartigen Ökosystems investieren will.

Der Großteil des Geldes soll dafür verwendet werden, die Verschmutzung des Riffs durch schädliche Abwässer aus der Landwirtschaft zu verhindern. Ein Viertel des Geldes soll für die Bekämpfung des Dornenkronenseesterns eingesetzt werden, der Korallen frisst. Morrison sagte dazu: „Wir setzen uns für die Gesundheit des Riffs und die wirtschaftliche Zukunft von Tourismusanbietern, des Gastgewerbes und von Gemeinden in Queensland ein.“

Das Great Barrier Reef leidet unter Korallenbleiche, die durch steigende Meerestemperaturen ausgelöst wird, zuletzt in den Jahren 2016, 2017 und 2020. Die UN-Kulturorganisation Unesco wollte deshalb den Welterbestatus des Riffs als gefährdet einstufen, was Australien im vergangenen Sommer jedoch verhinderte. Im kommenden Sommer steht das Thema erneut auf der Tagesordnung. Die Unesco hat von der Regierung Informationen darüber verlangt, was sie zum Schutz der Korallen zu unternehmen gedenkt.

Kritiker halten Morrisons Ankündigung für eine Schaufensterveranstaltung angesichts bevorstehender Wahlen, zumal er beim Weltklimagipfel in Glasgow nur eine geringe Reduktion des australischen Kohlendioxidausstoßes zusagen wollte. „Man kann das Great Barrier Reef nicht ernsthaft schützen, wenn man nicht ernsthaft gegen den Klimawandel vorgeht. Morrison tut das nicht“, sagte Oppositionsführer Richard Marles.

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