Äcker aus dem All beobachten

Welt / 25.02.2022 • 22:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der private Raumfrachter „Cygnus“ transportierte einen Prototyp eines neuen Messinstruments zur ISS. AP
Der private Raumfrachter „Cygnus“ transportierte einen Prototyp eines neuen Messinstruments zur ISS. AP

Forscher wollen Wassernutzung in der Landwirtschaft weltweit verbessern.

Freiburg, Jena Sie sind so groß wie Schuhkartons und sollen die Wassernutzung in der Landwirtschaft weltweit verbessern: Mit einem Schwarm sogenannter Mikrosatelliten wollen Forschende Daten zur Temperatur an der Erdoberfläche sammeln. Das helfe den Wasserbedarf abzuschätzen, sagt Technikchef Marius Bierdel. Dank der Infrarottechnik, mit der die Satelliten der Freiburger Firma ConstellR – an der unter anderem Fraunhofer-Institute aus Freiburg und Jena mitgewirkt haben – ausgestattet sind, soll schon zwei Wochen früher sichtbar werden, wo Bedarf zu wässern besteht. Auf der anderen Seite könne verhindert werden, an anderen Stellen Wasser zu verschwenden, sagt Bierdel.

Die Landwirtschaft verbraucht der Umweltschutzorganisation WWF zufolge 70 Prozent des weltweit zugänglichen Süßwassers. Durch undichte Bewässerungssysteme, ineffiziente Anwendungsmethoden sowie Pflanzen, die gemessen an ihrer Umgebung zu viel Wasser brauchen, würden jedoch 60 Prozent davon verschwendet. Ähnliche Zahlen nennt etwa die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen.

Prototyp ins All geschickt

Bis Ende 2024 sollen die ersten vier ConstellR-Satelliten im All sein, so der Plan. Um die Technologie – in erster Linie ein Spiegelteleskop mit einer Thermalinfrarotkamera und einem miniaturisierten Computer zur Datenverarbeitung – vorher zu testen, wurde ein Prototyp des Messinstruments zur Raumstation ISS geschickt. Erst in einem weiteren Schritt soll es um satellitenspezifische Fragen etwa zur Stromversorgung, Kommunikation und Positionierung auf einer bestimmten Umlaufbahn gehen. „Die Daten könnten auch Wettermodelle genauer machen, bei der Stadtplanung helfen oder ein effektiveres Katastrophenmanagement vorantreiben“, so Bierdel.