Globaler Temperaturanstieg

Welt / 10.05.2022 • 19:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Klimawandel hat viele Gründe. Kohlekraftwerke sind einer davon. APA/DPA
Der Klimawandel hat viele Gründe. Kohlekraftwerke sind einer davon. APA/DPA

WMO informiert, dass 1,5-Grad-Schwelle bis 2026 erstmals überschritten werden könnte.

Genf Die Jahres-Durchschnittstemperatur der Welt könnte schon bis 2026 erstmals mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies in dem Fünf-Jahres-Zeitraum 2022 bis 2026 mindestens einmal passiert, liege bei fast 50 Prozent, berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf. Noch vor sieben Jahren galt es als praktisch ausgeschlossen, dass dieser Wert innerhalb von fünf Jahren erreicht wird.

Das bedeutet nicht, dass die 1,5-Grad-Marke dauerhaft überschritten wird. So war das heißeste Jahr bislang 2016 mit etwa 1,2 Grad über dem vorindustriellen Niveau (1850-1900), aber danach lag die globale Durchschnittstemperatur wieder etwas niedriger. Die Tendenz ist aber eindeutig: Die Temperaturen steigen seit Jahrzehnten, und die Wahrscheinlichkeit, dass der Temperaturrekord von 2016 bis 2026 gebrochen wird, liegt laut dem WMO-Bericht bei 93 Prozent.

Klimaexperten warnen, dass die Folgen des Klimawandels bei einer Erwärmung von dauerhaft mehr als 1,5 Grad erheblich sind. „Die 1,5 Grad sind nicht irgendeine Statistik“, sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. „Es ist ein Indikator für den Punkt, an dem die Folgen des Klimawandels für die Menschen und den ganzen Planeten immer schädlicher werden.“

Im Pariser Klimaabkommen hatten sich die Länder der Welt im Dezember 2015 darauf geeinigt, Anstrengungen zu unternehmen, um die Erwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die bisherigen Klimaschutzanstrengungen reichen nach Expertenüberzeugung bei Weitem nicht aus, um die Erwärmung zu begrenzen. Die Länder müssen mehr tun, um die Treib­hausgase in der Atmosphäre zu reduzieren, die die Wärmeabstrahlung der Erde zurückhalten und die höheren Temperaturen verursachen.