“Kampf um Gletscher verloren”

Welt / 13.05.2022 • 22:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Das Schwinden von Österreichs größtem Gletscher, der Pasterze am Großglockner, schreitet weiter voran. APA/JOHANN GRODER
Das Schwinden von Österreichs größtem Gletscher, der Pasterze am Großglockner, schreitet weiter voran. APA/JOHANN GRODER

Österreichische Gletscher werden laut WMO-Chef Petteri Taalas komplett verschwinden.

Wien Der Generalsekretär der Weltwetterorganisation (WMO), Petteri Taalas, hat keine Hoffnung mehr für die österreichischen Gletscher. „Dieses Spiel ist schon verloren“, sagte Taalas im APA-Interview. Selbst bei einem beherzten Kampf gegen den Klimawandel werde das Schmelzen von Polareis und Gletschern „noch für Jahrhunderte weitergehen“, und damit auch der Meeresspiegel steigen. Städten wie London droht die Verlegung, den Niederlanden sogar die Evakuierung. Das schon jetzt teilweise unter dem Meeresspiegel liegende dicht besiedelte EU-Land werde ähnlich „verzweifelt“ gegen den steigenden Meeresspiegel kämpfen wie etwa Bangladesch oder Inselstaaten im Pazifik. Doch auch eine Reihe von Megastädten sei gefährdet, insbesondere in Asien, aber etwa auch Los Angeles, London oder Kopenhagen. Sie alle würden nämlich unter dem Meeresspiegel liegen, der um zehn bis 30 Meter steigen dürfte. „Es wird größere Anpassungen brauchen, um diese Städte auf weiter im Land liegenden Orten wiederzuerrichten.“

Trinkwasserversorgung

Die Gletscher werden in Österreich bis zum Ende des Jahrhunderts komplett verschwinden. Das habe fatale Folgen: Ohne Gletscher würden die Flüsse nämlich weniger Wasser führen, was sich auf die Trinkwasserversorgung und die Stromproduktion auswirke. Während das ewige Eis schon jetzt verloren ist, wird sich die Klimaerwärmung noch jahrzehntelang im Wetter bemerkbar machen, und zwar „bis in die 2060er- und 2070er -Jahre, je nachdem, wie erfolgreich wir bei der Abschwächung des Klimawandels sind“, sagte Petteri Taalas. „Die gute Nachricht ist, dass wir die negativen Trends bei Wetterphänomen stoppen können“, sagte er mit Blick auf Flutwellen, Tropenstürme oder Hitzewellen.