Imagewandel ist gescheitert

Welt / 06.06.2022 • 22:44 Uhr
Am Ballermann ist es wieder fast so laut und wild wie vor der Pandemie. reuters
Am Ballermann ist es wieder fast so laut und wild wie vor der Pandemie. reuters

Mallorca wollte “neuen Tourismus”. Nun ist am Ballermann doch wieder alles beim Alten.

palma Mallorca ist wieder da. Die deutschen Urlauber genießen die Strände und erfreuen sich am Ballermann und an anderen Orten der Insel am sommerlichen Wetter. Hier scheint es fast so, als hätte es nie einen Corona-Stillstand gegeben. „Es ist alles wie immer. Ich kann keine Unterschiede feststellen“, sagt ein Urlauber aus Koblenz erfreut. Und er muss es wohl wissen: Es sei schon das 43. Mal, dass er hier ist.

Initiative vorerst gescheitert

Trubel gibt es wieder reichlich an der Partymeile. Aus den Musikboxen an der Playa de Palma dröhnt dieser Tage in voller Lautstärke die übliche Musik. „Ausziehen, ausziehen, ausziehen“, grölt eine Gruppe junger Männer in einer Bar. „Es ist alles wie immer“, sagt auch Juan Ferrer, der die Initiative Palma Beach leitet, die mehr Qualität am Ballermann fordert. Die Enttäuschung ist seiner Stimme deutlich anzuhören. Vor einiger Zeit hatte er noch gesagt, dass Corona wie ein Katalysator für die eigenen Bemühungen gewirkt und einen neuen Typ Urlauber angezogen habe. Dieser wolle Dinge wie gutes Essen mit lokalen Produkten und einen umweltfreundlichen Nahverkehr. „Kaum waren die großen Partytempel wieder geöffnet, wurde dieser neue Typ Urlauber vom alten Feierpublikum verdrängt“, stellt Ferrer nun fest.

„Der Ballermann steht nun mal für Party. Das kann man nicht aus den Köpfen der Leute bekommen“, ist ein Cocktailbar-Besitzer in der Partymeile überzeugt. „Aber“, so der Gastronom, „das ist ja auch der Vorteil von Mallorca. Man kann Party machen, man muss aber nicht. Die Insel ist schließlich groß genug, sodass die ruheliebenden Urlauber auch woanders ihre freie Zeit genießen können.“