Tiefsee stärker mit Plastik belastet als angenommen

Welt / 17.07.2022 • 22:27 Uhr / 1 Minuten Lesezeit
Unter Wasser wurden 13 Proben entnommen, keine war frei von Mikroplastik. afp
Unter Wasser wurden 13 Proben entnommen, keine war frei von Mikroplastik. afp

Frankfurt Der Meeresgrund der Tiefsee ist noch stärker mit Mikroplastik belastet als angenommen. Zu diesem Schluss kamen deutsche Wissenschafter in einer Studie. In 2016 im westpazifischen Kurilen-Kamtschatka-Graben entnommenen Proben seien pro Kilogramm Sediment zwischen 215 und 1596 der winzigen Plastik-Teilchen und damit mehr als zuvor nachgewiesen worden, teilte die Senckenberg Gesellschaft mit. Die große biologische Vielfalt im tiefsten Meer sei dadurch stark gefährdet. “Wir haben 13 Proben an sieben verschieden Stationen des Grabens genommen, in Tiefen zwischen 5740 und 9450 Metern. Keine einzige davon war frei von Mikroplastik”, berichtete die Meeresbiologin vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum in Frankfurt, Serena Abel. Eine so große Menge Mikroplastik-Teilchen hätte niemand erwartet. Jedes Jahr würden etwa 2,4 bis vier Millionen Tonnen Plastik über die Flüsse ins Meer gelangen.