Schutz vor Lärm im Ozean

Welt / 16.10.2022 • 22:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vor allem für die Blauwale hat der Golf von Corcovado eine große Bedeutung: Zehn Prozent der weltweiten Bevölkerung der größten Tiere der Welt kommen in diese Region. AFP
Vor allem für die Blauwale hat der Golf von Corcovado eine große Bedeutung: Zehn Prozent der weltweiten Bevölkerung der größten Tiere der Welt kommen in diese Region. AFP

Bojen sollen Wale vor Chile vor Schiffen und Bauarbeiten unter Wasser beschützen.

Santiago de Chile Mit einem System aus Bojen sollen Wale vor der chilenischen Küste künftig vor Unterwasserlärm und Kollisionen mit Schiffen geschützt werden. Die erste Boje wurde vor Kurzem im Golf von Corcovado zu Wasser gelassen, wie die Stiftung Meri mitteilte.

In den kommenden Monaten werden fünf weitere Bojen in der Wasserstraße zwischen dem Festland und der Insel Chiloé platziert. Dort leben neun verschiedene Wal-Arten, darunter die größte Blauwal-Population der südlichen Hemisphäre. “Wale sind wahre Ingenieure des Ökosystems, Schlüsselarten für das Wohlergehen der Ozeane und im Kampf gegen den Klimawandel. Deshalb ist die Installation dieser Boje eine sehr gute Nachricht. Dieses Frühwarnsystem wird uns helfen, Kollisionen zwischen Schiffen und Walen zu vermeiden”, sagte die chilenische Umweltministerin Maisa Rojas.

Die Bojen sind mit akustischen Sensoren ausgestattet und orten die Wale in der Umgebung. Registrieren sie Meeressäuger, senden sie in Echtzeit ein Signal an die chilenische Marine, die wiederum Schiffe in der Nähe warnt. Die Kapitäne sollen dann die Geschwindigkeit drosseln oder die Fahrtrichtung ändern.

Der zunehmende Lärm durch Schiffsmotoren, militärisches Sonar oder Bauarbeiten unter Wasser bringt Wale in Gefahr. Da sich die Meeressäuger mittels Geräuschen orientieren, nach Nahrung suchen und mit ihren Artgenossen kommunizieren, können sie bei einer hohen Lärmbelastung die Orientierung verlieren. “Der Lärm führt zu Kommunikationsproblemen zwischen den Walen, was bedeutet, dass sie sich für die Fortpflanzung nicht finden können, und er behindert auch die Nahrungssuche, was sich direkt auf das Wachstum der Population auswirkt”, sagt Yacqueline Montecinos vom WWF in Chile.

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