Massenpanik bei Halloween-Partys

Welt / 30.10.2022 • 22:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Trauer ist groß. An improvisierten Gedenkstätten wird der Opfer gedacht.AFP/WALLACE
Die Trauer ist groß. An improvisierten Gedenkstätten wird der Opfer gedacht.AFP/WALLACE

Tödliches Gedränge fordert in Südkorea mehr als 150 Tote – ein Österreicher unter den Opfern.

Seoul, Wien Bei einer Massenpanik sind Samstagabend während Halloween-Feiern in Seoul mindestens 153 Menschen gestorben. Bei der Katastrophe im beliebten Ausgehviertel Itaewon der südkoreanischen Hauptstadt wurden zudem mehr als 103 Menschen verletzt, wie die Feuerwehr mitteilte. Unter den Toten sind auch bis zu 22 Ausländer, darunter ein Österreicher, wie das Außenministerium Sonntagfrüh bekannt gab. Der Österreicher habe sich auf Besuch in der südkoreanischen Hauptstadt befunden. „Unsere Botschaft in Seoul ist mit den zuständigen Behörden und den Angehörigen in Österreich in Kontakt und wird sie bei allen weiteren Schritten unterstützen.“

Präsident Yoon Suk Yeol ordnete eine gründliche Untersuchung an und rief eine Staatstrauer aus. Sie soll bis zum nächsten Samstag dauern. Es war die schlimmste Katastrophe in Südkorea seit dem Untergang der Fähre „Sewol“ 2014 vor der Küste des Landes, als 304 Menschen starben.

Extremes Gedränge

Das Massenunglück in der Millionenmetropole ereignete sich in einer engen, abschüssigen Gasse, als auf den Straßen des Viertels extremes Gedränge herrschte. Für die vorwiegend jungen Partygänger wurde das etwa vier Meter breite Gässchen zur Falle, der sie offenbar nicht entweichen konnten: Zahlreiche Menschen seien auf den Boden gestürzt, während andere von oben nachgedrängt hätten, berichteten Augenzeugen. Viele der Opfer seien erdrückt, erstickt oder sie seien niedergetrampelt worden. Alles sei sehr schnell passiert, so dass die Menschen in der Menge kaum Zeit zur Flucht gehabt hätten.

„Es war wie ein Dominoeffekt“, sagte ein junger Zeuge dem südkoreanischen Fernsehsender MBC. „Ich habe das Gleichgewicht verloren und bin ebenfalls hingefallen.“ Er habe nicht auf Liegende treten wollen. „Menschen waren bewusstlos und riefen nach Hilfe.“ In den ersten Berichten von der Unglücksstelle hieß es, viele Menschen hätten bei einem Massengedränge einen Herzstillstand erlitten. Rettungskräfte und Privatpersonen hätten versucht, sie wiederzubeleben. Augenzeugenberichten zufolge waren die Gassen rund um das Unglücksareal derart voll, dass sich die Rettungskräfte nur schwer ihren Weg durch die Menschenmassen bahnen und zu den Opfern vordringen konnten. Etwa 140 Rettungsfahrzeuge waren im Einsatz. Das Gebiet wurde weitläufig abgesperrt.

Die Rettung war mit etwa 140 Fahrzeugen stundenlang im Einsatz.
Die Rettung war mit etwa 140 Fahrzeugen stundenlang im Einsatz.
Südkoreas Präsident Yoon Suk-yeol (vorne, 2. v. l.) machte sich ein Bild vom Ort des Geschehens.AFP
Südkoreas Präsident Yoon Suk-yeol (vorne, 2. v. l.) machte sich ein Bild vom Ort des Geschehens.AFP

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