Sorge um spanische Olivenernte

Welt / 11.11.2022 • 22:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Klimwandel stetzt den Olivenbäumen in Spanien zu: Landwirt Juan Antonio Delgado blickt sorgenvoll in die Zukunft. AP
Der Klimwandel stetzt den Olivenbäumen in Spanien zu: Landwirt Juan Antonio Delgado blickt sorgenvoll in die Zukunft. AP

Hitze und Trockenheit sorgen für dramatische Ernteeinbußen.

Quesada Ein extrem heißer und trockener Sommer hat einem der wichtigsten Wirtschaftsgüter Spaniens zugesetzt: den Oliven, aus denen das goldene Öl gepresst wird, dessen weltweit führender Erzeuger und Exporteur Spanien ist. Vermutlich nur halb so groß wie im vergangenen Jahr fällt die Herbsternte nach Schätzungen von Branchenexperten und Behörden aus – ein weiteres Opfer der vom Klimawandel angetriebenen Wetterextreme. „Ich bin 57 Jahre alt und habe so ein Jahr wie dieses noch nie erlebt“, sagt Juan Antonio Delgado, während er seine Olivenbäume in Quesada im Südosten Spaniens inspiziert.

Der Hitze im Frühling fielen viele Blüten der Olivenbäume in den spanischen Plantagen zum Opfer. Was überlebte, brachte nur kleine Früchte hervor, weil das Wasser fehlte. Etwas weniger Feuchtigkeit kann das Olivenöl eigentlich verfeinern, aber die jüngste Dürre war nicht zu verkraften.

Dieses Jahr war das dritttrockenste in Spanien seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1964. Außerdem war es der heißeste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen.

Normalerweise ernten die rund 350.000 spanischen Olivenbauern die Früchte Anfang Oktober, bevor sie voll ausgereift sind, um daraus ihr Öl zu pressen. Weil seine Oliven diesmal aber noch zu mickrig waren, ließ Delgado den Großteil der Früchte noch an den Bäumen – und hoffte weiter auf Regen. Bislang ohne Erfolg. Die Prognose für diese Erntesaison sei extrem niedrig, erklärt Landwirtschaftsminister Luis Planas im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP. „Das Ministerium geht davon aus, dass nicht einmal 800.000 Tonnen geerntet werden“, sagt er, „verglichen mit 1,47 Millionen Tonnen im Jahr 2021.“

Olivenbäume nehmen in Spanien 2,7 Millionen Hektar Fläche ein, davon allein gut ein Drittel in der Provinz Jaén, in der auch Landwirt Delgado um seine Zukunft bangt. Spanien baut im Durchschnitt mehr als drei Mal so viele Oliven an wie Italien und Griechenland. Aber auch die anderen Länder verzeichnen in diesem Jahr Einbußen.

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