Gondelunglück in Italien: ­Großvater von Eitan verurteilt

Welt / 15.12.2022 • 22:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Pavia Ein Gericht in der italienischen Stadt Pavia hat sich im Entführungsfall des israelischen Jungen Eitan mit dem angeklagten Großvater und einem weiteren Mann verständigt. Der Richter nahm am Donnerstag die ausgehandelte Strafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung für den Großvater Eitans und einem Jahr und sechs Monate auf Bewährung für dessen mutmaßlichen Komplizen an, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Vor Gericht ging es um die Entführung Eitans am 11. September 2021. Sein Großvater brachte ihn nach Israel, wo ein Gericht wenige Monate später in letzter Instanz entschied, dass der damals Sechsährige wieder zurück nach Italien müsse. Hintergrund war ein Streit um das Sorgerecht, denn Eitan überlebte als einziger am 23. Mai 2021 den Gondelabsturz am Monte Mottarone. Sein Bruder, seine Eltern und Urgroßeltern sowie neun weitere Menschen starben dort. Eitan kam danach in die Obhut seiner Tante, die in Norditalien lebt.

Verfahren läuft

Zur Ursache des Gondelabsturzes läuft derzeit immer noch ein Verfahren vor dem zuständigen Gericht in Verbania. Mitte September kam ein lange erwartetes Gutachten zu dem Ergebnis, dass Teile des gerissenen Zugseils korrodiert waren und Kontrollen ermöglicht hätten, diese Verwitterung festzustellen. Vor Gericht müssen sich mehrere Bedienstete der Bahn und Firmen verantworten.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.