Gerangel in Kaserne: 20-Jähriger stirbt

Welt / 06.01.2023 • 22:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Auslöser für den Vorfall ist noch Gegenstand der Ermittlungen. APA
Der Auslöser für den Vorfall ist noch Gegenstand der Ermittlungen. APA

Grundwehrdiener nach Schusswechsel mit Vorgesetztem tot.

Wiener Neustadt Tragödie in der Flugfeldkaserne in Wiener Neustadt: Freitagfrüh ist ein 20-jähriger Wachsoldat aus Niederösterreich erschossen worden. Sein Vorgesetzter, ein 54-jähriger Unteroffizier aus dem Burgenland, wurde verletzt und ambulant im Spital behandelt. Im Zuge eines Gerangels soll es um 6.55 Uhr zu Schüssen gekommen sein, wobei der Grundwehrdiener tödlich getroffen worden sei, berichtete Bundesheersprecher Michael Bauer. Das Landeskriminalamt ermittelt.

Kameraden bedroht

Der Rekrut soll kurz vor der für sieben Uhr geplanten Ablöse seine Kameraden im Wachlokal mit dem Sturmgewehr bedroht haben, sagte Bauer mit Verweis auf Aussagen der Soldaten zur APA. Ihr Vorgesetzter, der Offizier vom Tag, habe das von außen gesehen und deeskalierend einschreiten wollen. Daraufhin habe der Grundwehrdiener den 54-Jährigen „angesprungen, getreten und ihn mehrmals mit dem Lauf der Waffe gegen den Kopf gestoßen“, sagte der Sprecher. Die anderen drei Wachsoldaten seien daraufhin geflüchtet.

Bei dem Gerangel zwischen dem 20-Jährigen und dem 54-Jährigen wurden laut Bauer zumindest drei Schüsse aus der Pistole des Vorgesetzten abgegeben. Der Rekrut wurde tödlich verletzt. Ursprüngliche Angaben, wonach der Grundwehrdiener mehrmals geschossen haben soll, seien bisher nicht bestätigt worden. Über den Auslöser für den Vorfall war weiterhin nichts bekannt.

Ermittlungen laufen

Der 54-Jährige erlitt eine Platzwunde am Kopf. Der mutmaßliche Schütze wurde zunächst festgenommen, aber nach Befragungen am Freitagabend wieder auf freien Fuß gesetzt. “Momentan wird von einer Notwehrsituation ausgegangen. Es besteht kein dringender Tatverdacht wegen Mordes”, sagte Erich Habitzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft, zur APA. Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion angeordnet.

Der Rekrut sei als Wachkommandant eingeteilt gewesen. Wachsoldaten sind mit einem halbgeladenen Sturmgewehr bewaffnet, ihr Vorgesetzter trägt eine geladene Pistole bei sich. Der Gebrauch der Schusswaffe gegen Personen sei laut Militärbefugnisgesetz nur im Rahmen der Notwehr und/oder der Nothilfe zulässig, sofern es keine andere, gelindere Möglichkeit gibt.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.