Weitere Bluttat in Serbien

Mann erschoss acht Menschen. Kampagne für strengere Waffenkontrollen angekündigt.
Belgrad Ein 21-Jähriger soll in der Nacht auf Freitag in Serbien acht Menschen erschossen und 14 weitere verletzt haben. Die Tatorte lagen in drei Dörfern unweit von Mladenovac, etwa 50 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Belgrad. Sowohl Präsident Aleksandar Vucic wie zuvor auch Innenminister Bratislav Gasic bezeichneten die Tat als „Terrorakt“. Vucic sprach von einem Angriff „gegen das ganze Land“. Er kündigte eine Entwaffnungskampagne in dem Balkanstaat an. Über Details sprach Vucic nicht. Der Präsident, bei seinem Auftritt vor der Presse sichtlich emotional, betonte, er gehe von einer langen Gefängnisstrafe aus und erwähnte in dem Zusammenhang auch den 13-jährigen Verdächtigen, der erst am Mittwoch in einer Belgrader Volksschule nach einem Amoklauf mit neun Toten festgenommen worden war. Die höchste Haftstrafe in Serbien sind 40 Jahre. Der 13-Jährige ist noch nicht strafmündig.
Neues Waffengesetz
Der Präsident kündigte weitreichende Maßnahmen an: So sollen 1200 zusätzliche Polizisten eingestellt werden, die künftig landesweit für mehr Sicherheit in allen Schulgebäuden sorgen sollen. Dies werde auch zu einer drastischen Senkung – „um 80 Prozent“ – der Gewalt unter Kindern beitragen. Das Innenministerium wurde angewiesen, sofort Änderungen beim Waffengesetz vorzunehmen, die in den nächsten 17 Monaten erfolgen sollten. Ziel sind eine strengere Kontrolle sowie viel weniger Waffen in Privatbesitz. Derzeit befänden sich rund 400.000 Stück legal in privaten Händen, Jagdgewehre nicht miteinberechnet. Die Polizei werde gegen Personen ermitteln, die die beiden jüngsten Bluttaten im Internet „unterstützt“ hätten. Es handle sich dabei um rund 45.000 Menschen.