Trauminsel kämpft um Würde

Zuletzt kam es auf Bali zu unmanierlichen Zwischenfällen mit nackten Touristen.
tDenpasar In Bali sind Kultur und Religion allgegenwärtig – es scheint, als gebe es hier mehr Tempel als Häuser. Gerade das macht die indonesische Trauminsel so besonders. Aber mit der Harmonie hapert es gerade. Zuletzt kam es wiederholt zu unmanierlichen Zwischenfällen mit nackten oder halbnackten Touristen – mit Folgen für alle Bali-Fans. Insel-Gouverneur I Wayan Koster will sich das despektierliche Verhalten nicht länger ansehen und fährt einen harten Kurs. So bekommen Einreisende nun gleich am Flughafen einen Leitfaden mit Benimmregeln in den Pass geheftet. Und Trekking-Touren auf die prächtigen Vulkane Gunung Batur und Gunung Agung könnten bald der Vergangenheit angehören.
Denn der Name „Insel der Götter“ ist kein Klischee. Der balinesische Glaube – „Agama Hindu Dharma“ genannt – ist eine besondere und komplexe Art des Hinduismus, gemischt mit mythologischen Elementen. Er ist der zentrale Punkt im Leben der Menschen dort. Deshalb gibt es jetzt klare Verhaltensregeln für jeden Urlauber: Absolutes No-Go ist es etwa, auf heilige Bäume oder religiös verehrte Bauwerke zu klettern. Auch sah sich Koster veranlasst, unanständige Kleidung oder gar Nacktheit zu verbieten.
Gesäß zur Schau gestellt
Im März wurde etwa ein russischer Blogger abgeschoben, nachdem er auf dem Berg Agung sein nacktes Gesäß zur Schau gestellt hatte. Im Mai hatte sich eine Dänin im Urlaubsort Seminyak als Beifahrerin auf einem Motorrad entblößt – sie wurde festgenommen. Gleichzeitig forderte Koster Einheimische auf, Touristen zu melden, die sich anstößig verhalten oder Vorschriften missachten. Dem Tourismussektor müssten „Qualität und Würde“ zurückgegeben werden. Bei Zuwiderhandlung drohen harte Strafen – von Haft bis zur Abschiebung.