“Angst, dass Fenster bersten”: So hat Christine Graf den Hurrikan in Florida erlebt

Dornbirnerin lebt mit Familie in Florida. “Die Nacht war Furcht einflößend”, schildert die 43-Jährige den VN. Wie Millionen andere hat auch sie seit Stunden keinen Strom.
Howey-in-the-hills Seit Tagen verbreitete Hurrikan Milton im gesamten Bundesstaat Florida Angst und Schrecken. Auch bei Christine Graf und ihrer Familie, die in einem kleinen Nest im Landesinneren wohnt. “Normalerweise sind wir hier sicher vor Hurrikans”, so die gebürtige Dornbirnerin zu den VN. Die letzten Stunden waren aber auch für sie alles andere als normal. Auch wenn die befürchtete Jahrhundert-Katastrophe mit hoher Opferzahl ausgeblieben ist, Milton zog eine Spur der Verwüstung und forderte Menschenleben. Christine Graf, ihr Mann und die drei Kinder kamen mit dem Schrecken davon.

Die Nacht ist vorüber. In Howey-in-the-Hills trauen sich die Menschen wieder vor die Tür. “Es war eine wirkliche Furcht einflößende Nacht”, schildert Christine Graf. Auch in der beschaulichen Kleinstadt mit ihren 1643 Einwohnern im Lake County im Landesinneren hat der Hurrikan die Menschen in Atem gehalten. Die Windböen erreichten die Gegend mit bis zu 140 km/h. “Die Sturmausläufer waren so extrem, dass ich Angst hatte, die Fenster würden zerbersten”, erzählt die Immobilienmaklerin. An Schlaf sei praktisch die ganze Nacht nicht zu denken gewesen. “Es war unfassbar laut”.

Mit dem Hurrikan machte die Nachricht von Tornados die Runde. “Es wurde auch von einigen in unserer Gegend berichtet”, so Christine Graf. Natürlich hätten sie und ihre Familie davor Angst gehabt. Mittlerweile hat sich die Lage zwar etwas beruhigt, Entwarnung gibt es aber noch immer keine. An Normalität ist ohnedies nicht zu denken, weil Millionen Menschen ohne Strom sind. Auch in Howey-in-the-Hills ist die Stromversorgung seit Stunden unterbrochen. “Keiner weiß, wie lange es noch dauert”, so die gebürtige Dornbirnerin.
Seit zwölf Jahren lebt Christine Graf jetzt in Florida. Eine Nacht wie diese hat sie noch nie erlebt. Wie viele andere im Bundesstaat kann auch sie jetzt aber ein wenig aufatmen. “Gott sei Dank gab es an unserem Haus nur kleinere Schäden”.
Mitarbeit: Evelin Angerer