Ohne Vroni kein Flohmarkt

Wetter / 27.05.2015 • 19:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Harder Flohmarktorganisatorin Veronika Jäger sammelt selbst alte Kaffeemühlen.  Foto: Schuster  
Die Harder Flohmarktorganisatorin Veronika Jäger sammelt selbst alte Kaffeemühlen. Foto: Schuster  

Seit 30 Jahren arbeitet Veronika Jäger am Flohmarkt der Pfarre Hard mit.

Hard. (VN-pes) Wenn am Freitag, 29. Mai, und Samstag, 30. Mai in Hard der jährliche Wohltätigkeitsflohmarkt auf dem Thaler-Areal stattfindet, sind für Vroni Jäger wieder die zwei anstrengendsten Wochen des Jahres vorbei. Die 66-jährige Harderin hilft seit 30 Jahren mit, den Flohmarkt auf die Beine zu stellen. Seit fünf Jahren organisiert sie die Veranstaltung, bei der Geld für bedürftige Bürger der Bodenseegemeinde gesammelt wird.

Gut 50 Verkäufer werden am Freitagnachmittag und Samstagvormittag wieder helfen, gebrauchte Waren zu verkaufen, um mit dem Erlös bedürftige Menschen sowie Sozialprojekte der Pfarre zu unterstützen. Vroni Jägers Arbeit startet schon Wochen vorher. „Als erstes muss man alle motivieren, wieder mitzumachen“, erzählt sie.

Viel Frauenpower

Die Waren annehmen, sortieren, auszeichnen, den Flohmarkt schließlich aufbauen und vor Ort für den richtigen Ablauf sorgen. Das macht Jäger natürlich nicht allein, das Kernteam ist zu dritt. Beim Transport und Aufbau der Waren ist dann reine Frauenpower angesagt. Die Flohmarktmannschaft ist ausschließlich weiblich, ein Zivildiener hilft gelegentlich noch mit. Hat sich Jäger früher extra frei genommen, um den Flohmarkt zu organisieren, muss sie das als Pensionistin heute nicht mehr. Einmal die Woche hilft sie noch im Brockenhaus aus, wo bedürftige Menschen ebenfalls günstig einkaufen können.

Ursprünglich war der Flohmarkt eine Idee des mittlerweile pensionierten Pfarrers Georg Meusburger. Vroni Jäger wurde eines Tages von ihrer Schwester gefragt, ob sie mithelfen könne. Das ist jetzt 30 Jahre her. Früher war deutlich mehr Andrang auf dem Flohmarkt, erinnert sie sich. Anfang der Neunziger passte noch die Feuerwehr auf, dass die Halle nicht überfüllt war, indem sie die Menschen nur gruppenweise herein ließ. Damals setzte das Marktwochenende noch rund 300.000 Schilling, also über 20.000 Euro um. Heute kommen eher um die 12.000 Euro zusammen, schätzt die Chef-Organisatorin.

Wohltätige Konkurrenz

Das liege einerseits an den vielen neuen Flohmärkten, aber auch an den Second-Hand-Läden wie dem Kostnix-Laden oder dem Brockenhaus, die Alternativen zum Flohmarkt darstellen. Denn nicht nur Sammler oder Neugierige kommen zum Flohmarkt, sondern auch Menschen, die sich neue Ware nicht leisten können. Jäger ist jedoch überzeugt von der Idee, gebrauchte Ware günstig zu verkaufen, anstatt sie zu verschenken oder zu tauschen. „Selbst wenn ich nur 50 Cent geben muss, so habe ich doch dafür bezahlt“, sagt sie. Was nichts kostet, das behandle man auch so, meint die gebürtige Steirerin.

Anders als heute ging Vroni Jäger früher selbst gerne zum Stöbern auf Flohmärkte. Einen klassischen Flohmarkt-artikel jedoch sammelt sie immer noch: Zahlreiche alte Kaffeemühlen zieren ihre Stube.

Auch wer nur 50 Cent gibt, hat doch etwas bezahlt.

Veronika Jäger

Zur Person

Veronika Jäger

Sie organisiert den jährlichen Flohmarkt der Pfarre Hard, bei dem sie seit 30 Jahren mithilft.

Alter: 66 Jahre

Beruf: Pensionistin

Familie: verheiratet, drei Kinder, sechs Enkel