Als Musiker auf dem Weg

Wetter / 02.02.2016 • 20:15 Uhr
Lukas Rüdisser wirkt als Hornist in der Produktion „Die Entführung aus dem Serail“ am Landestheater mit. Foto: VN/Hofmeister
Lukas Rüdisser wirkt als Hornist in der Produktion „Die Entführung aus dem Serail“ am Landestheater mit. Foto: VN/Hofmeister

Lukas Rüdisser pendelt als Hornist zwischen der Bayerischen Staatsoper und dem Kornmarkttheater.

Lauterach, München. (VN-cd) Manche Fernsehformate führen zu schönen Entscheidungen. Als Achtjähriger sah Lukas Rüdisser eine Sendung, in der Vertreter von zwei österreichischen Gemeinden gegeneinander antraten. Als dabei ein Hornquartett aufspielte, hat ihn das derart beeindruckt, dass er sich fest vornahm, dass dieses Instrument zu seinem wird. „Am Samstag habe ich das Quartett im Fernsehen gesehen, am Montag darauf stand mein Entschluss fest“, erinnert sich der Musiker im Gespräch mit den VN.

Der Wunsch wurde umgesetzt. Nach der Basisausbildung an der Musikschule, wo ihn der bekannte Musiker, Komponist und Pädagoge Murat Üstün sehr förderte, folgte die Einschreibung ins Musikgymnasium mit parallelem Studium am Landeskonservatorium, wo etwa Josef Sterlinger zu den prägenden Persönlichkeiten zählte. Daraufhin erfolgte die abschließende Ausbildung an der Hochschule in München bei Wolfgang Gaag und Johannes Hinterholzer.

„Ein Kraftakt“

Als Musiker auf gutem Weg zu sein, hat für Rüdisser seitdem auch eine konkrete Bedeutung. Neben seinen Engagements in München ist ihm die Mitwirkung beim Symphonieorchester Vorarlberg so wichtig, dass sie sich für ihn als einen von sechs zur Verfügung stehenden Hornisten immer wieder ausgeht. So auch jetzt bei der Opernproduktion „Die Entführung aus dem Serail“ von Mozart. „Ein Kraftakt, der aber auch viel Spaß macht“, umschreibt er den Einsatz. Das Werk erachtet er als besonders spannend, und Mozart zählt sowieso zu seinen Lieblingskomponisten. Das hat sich während der Mitwirkung bei der Camerata Salzburg so entwickelt, und dabei ist es geblieben. Beethoven, Mahler, „auf jeden Fall Wagner“ und Richard Strauss lauten die Namen, die bei der Frage nach der besonderen Affinität sofort genannt werden. Nicht verwunderlich, Lukas Rüdisser ist nicht nur Mitglied der Münchner Symphoniker, sondern auch als Bühnenmusiker an der Bayerischen Staatsoper engagiert.

Unter Kirill Petrenko

Zuletzt unter anderem in der „Götterdämmerung“ mit Kirill Petrenko am Pult. Der Dirigent, der viele seiner Jugendjahre in Vorarlberg verbrachte und demnächst den Berliner Philharmonikern vorstehen wird, gilt als Ausnahmekünstler. „Ich habe das Werk schon unter Kent Nagano gespielt und konnte feststellen, wie anders es klingt, wenn ein anderer Dirigent am Pult steht“, berichtet der Hornist von seinen Erfahrungen, und bestätigt damit, wie viel von der Ausarbeitung kleinster Details oder von absolut präzisen Einsätzen abhängt. „Wir sind bei der ,Götterdämmerung‘ ganz hinten auf der Bühne, Petrenko gibt die Einsätze aber so etwas von klar, man könnte sich keine Sekunde an Abwesenheit erlauben.“ Wenn der Maestro seinen Mahler-Zyklus mit dem Symphonieorchester Vorarlberg fortsetzt, wird Lukas Rüdisser auf jeden Fall wieder dabei sein. Beim Konzert, das das Orchester in diesem Jahr im Rahmen der Bregenzer Festspiele gibt, ist er ebenfalls in Vorarlberg. Die Mitwirkung beim Sinfonischen Blasorchester musste er aufgrund seines beruflichen Engagements aufgeben, zwischenzeitlich geht sich aber das Mitspielen bei der Bürgermusik in Lauterach immer wieder einmal aus. Ein Einsatz, der ihm neben allen großen Verpflichtungen auch am Herzen liegt.

Mozart zählt auf jeden Fall zu meinen Lieblingskomponisten.

Lukas Rüdisser

Zur Person

Lukas Rüdisser

Geboren: 1983 in Bregenz

Ausbildung: Musikschule Lauterach, Musikgymnasium, Landeskonservatorium Feldkirch, Studium Horn in München

Laufbahn: Mitglied des Symphonieorchesters Vorarlberg und bei den Münchner Symphonikern, Bühnenmusiker an der Bayerischen Staatsoper

Wohnort: München, Vorarlberg