7000 Mal im freien Fall

Wetter / 16.06.2017 • 17:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Reinhard Flatz absolvierte bereits an die 7000 Fallschirmsprünge. Auch mit 63 Jahren hat er noch nicht genug davon.  Foto: VN/Steurer
Reinhard Flatz absolvierte bereits an die 7000 Fallschirmsprünge. Auch mit 63 Jahren hat er noch nicht genug davon. Foto: VN/Steurer

Reinhard Flatz springt gerne Fallschirm. Er ist Teil der Trainingswoche der weltbesten Formationsspringer.

Hohenems. (VN-jun) Wenn Reinhard Flatz heute aus einem Flugzeug springt, den Fallschirm auf dem Rücken, schnellt sein Puls nicht weit über den Ruhepuls hinaus. Kein Wunder, schließlich legte der 63-Jährige bereits an die 7000 Fallschirmsprünge auf der ganzen Welt hin. Angefangen hat alles während seiner Studentenzeit 1976 in Innsbruck. „Das war eher eine Jux-Aktion, als ich mit zwei Studienkollegen zum ersten Mal gesprungen bin. Wir wollten das einfach ausprobieren. Seitdem bin ich nicht mehr davon losgekommen“, erzählt Flatz.

An seinen ersten Fallschirmsprung erinnert er sich genau. „Ich war aufgeregt und gespannt, was kommt. Ich hatte ja keine Ahnung, wie sich das anfühlt“, sagt er. „Als ich aus dem Flugzeug gesprungen bin, ist mir für einen kurzen Moment das Herz stehen geblieben. Dann ist der Fallschirm aufgegangen, ich hing daran und es war einfach ein geniales Gefühl.“

Nach der Matura am Gymnasium in Bregenz studierte Flatz Jus in Innsbruck. Anschließend kehrte er nach Vorarlberg zurück, absolvierte das Gerichtsjahr und arbeitete 35 Jahre als Richter am Landesgericht in Feldkirch. 2013 trat er den Ruhestand an. „Jetzt mache ich nur noch, was mir Spaß macht. Trotzdem habe ich viel um die Ohren“, berichtet der Pensionist, der seit 1989 Aero-Club-Präsident des Landesverbands Vorarlberg ist. Zudem ist er Mitbegründer und Obmann des Fallschirmspringerclubs Hohenems und ehrenamtliches Präsidiumsmitglied des österreichischen Aero-Clubs in der Funktion als Leiter der Luftfahrtbehörde. Was Flatz am Fallschirmspringen fasziniert, ist der freie Fall, das Gefühl zu fliegen und sich in einem dreidimensionalen Raum zu bewegen. Mit seinem Team nahm an zahlreichen Wettbewerben teil, war zwölf Mal Staatsmeister und zählte zur Weltspitze in der Disziplin „Para-Ski“.

Pilot beim Formationsspringen

Neben dem Fallschirmspringen frönt Flatz noch einer anderen Leidenschaft: dem Fliegen. Vor 32 Jahren machte er den Pilotenschein. Mittlerweile kann er Tausende Flugstunden vorweisen. Wenn sich am Montag, 19. Juni, die weltbesten Formationsspringer zu einer Trainingswoche in Hohenems treffen, dann ist auch Flatz mit dabei. Heuer als Pilot. Er wird eines der beiden Flugzeuge steuern, das die Fallschirmspringer auf über 4000 Meter Höhe bringt. „Ich werde aber auch bei dem einen oder anderen Formationssprung mithüpfen“, sagt Flatz. Wie lange er noch springen möchte? „Ich hoffe, dass ich es noch einige Jahre machen kann. Was mich motiviert, ist, dass auch meine drei Söhne Fallschirm springen. Seit zwei Jahren springen wir zu viert in einem Familienteam.“

Ich hatte keine Ahnung, wie sich das anfühlt. Es war genial.

Reinhard Flatz

Zur Person

Reinhard Flatz

Geboren: 29. Oktober 1953
in Lauterach

Wohnort: Bregenz

Familie: verheiratet, eine Tochter,
drei Söhne und zwei Enkel

Hobbys: Fallschirmspringen, Fliegen, Segeln

Trainingswoche der weltbesten Formationsspringer, 19. bis 22. Juni am Flugplatz in Hohenems