Regisseur aus Leidenschaft

08.05.2019 • 14:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Erich Langeder ist Regisseur und Drehbuchautor des Dokumentarfilms. langeder
Erich Langeder ist Regisseur und Drehbuchautor des Dokumentarfilms. langeder

Erich Langeder hat den Film „100 Jahre an einem Tag“ produziert.

bregenz „Man muss viel Liebe und Enthusiasmus mitbringen, um solch ein Filmprojekt auf die Beine zu stellen.“ Als Erich Langeders 53-Minuten-Dokumentarfilm „100 Jahre an einem Tag – Geschichten über Bregenz-Vorkloster, Rieden“ schließlich fertig war und er ihn zum ersten Mal angeschaut hat, fühlte er sich „wie auf einer Premierenfeier. Ein tolles Gefühl, so etwas geschafft zu haben“.

Der Doku-Film zählt zu der Veranstaltungsreihe, die anlässlich der 100-jährigen Geschichte der Vereinigung von Bregenz, Rieden und Vorkloster in der Landeshauptstadt aufs ganze Jahr 2019 verteilt stattfindet. Die Idee wurde bei einer Stadtteilversammlung im November 2017 ins Leben gerufen. Im März 2018 übernahm Erich Langeder die Realisierung des Filmprojekts als Regisseur und Drehbuchautor. Für den 56-jährigen Versicherungsfachmann ist es der erste Film, der in einem Kino gezeigt wird. Zuvor hat er sich nur hobbymäßig mit dem Filmen befasst.

Erich Langeder wurde 1962 in Hard geboren und hat dort auch den Großteil seiner Kindheit verbracht. Ins Bregenzer Vorkloster übersiedelte er vor 15 Jahren. Nach dem Abschluss einer Handwerkerlehre ließ er sich über den zweiten Bildungsweg zum Systemingenieur ausbilden. Er wurde Miteigentümer eines IT-Unternehmens, aus dem er 2013 ausstieg. „Damals war ich über 50 Jahre alt, gut ausgebildet und fragte mich: Was jetzt?“ Auf viele Bewerbungen folgten viele Absagen. „Das Alter halt“, sagt Langeder und lacht. Schließlich landete er bei der Versicherung Uniqa. Das war vor fünf Jahren. Diesen beruflichen Schritt habe er nie bereut, betont er. An seiner Tätigkeit als Versicherungsfachmann gefällt ihm vor allem, dass er vielen unterschiedlichen Menschen begegnet.

Für die Produktion des Dokumentarfilms habe ihm sein Arbeitgeber viel Raum gelassen. „Dafür bin ich dankbar. Trotzdem war es nicht immer leicht, alles unter einen Hut zu bringen.“ Das Projekt war nämlich sehr aufwendig. Ein Team musste zusammengestellt, Protagonisten gefunden und deren Erinnerungen gesammelt werden. Mit Matthias König von „Königsfreunde Bewegtbildkommunikation“ engagierte Langeder einen sehr guten Kameramann. „Übrigens haben wir, das Team und die Protagonisten, ehrenamtlich, also kostenlos mitgewirkt“, informiert er. Allerdings habe er sich manchmal gewundert, was es bei einer Filmproduktion alles zu bedenken gibt. Das ist nämlich auch ein bürokratischer Aufwand.

Von den Protagonisten ist Langeder begeistert. Besonders schwärmt er von der demnächst 100-jährigen Trudi Thurnher, die während der sechsstündigen Dreharbeiten in ihrem Haus aus vergangenen Zeiten in Rieden erzählte. Die Zusammenarbeit sei aber mit allen Darstellern großartig gewesen, fasst er zusammen.

Natürlich gab es auch Hoppalas. „Einmal schlug Peter Pienz die Tür zum Metro Kino zu und Birgit Thünauer auf die Nase“, erinnert sich Erich Langeder an eines. Zum Glück blieb das Riechorgan der Protagonistin, die Fahrrad fahrend durch den Film führt, heil. Der Metro-Kino-Prokurist sei ganz schön erschrocken gewesen.

Vorführung im Metro Kino

Von der Idee bis zur Fertigstellung der Dokumentation „100 Jahre an einem Tag“ brauchte Erich Langeder etwas mehr als ein Jahr. Vorige Woche ist der Film fertig geworden. Er wird am 15. und 16. Mai 2019 im Metro Kino Bregenz vorgeführt. Dort kann man auch Tickets reservieren. (Telefon: 05574 71843)

„Ich bin jetzt am Herunterfahren“, sagt Langeder zufrieden. Er freut sich auf warme Tage, dann setzt er sich auf seine Harley-Davidson und kurvt durch die Gegend. Zudem wird er wieder mehr Zeit für seine beiden Enkel haben. VN-HRJ

Zur Person

Erich Langeder

Geboren 28. Dezember 1962

Wohnort Bregenz

Berufe Systemingenieur, Versicherungsfachmann

Familie Vater von zwei Töchtern, Großvater von zwei Enkeln