Närrisches Urgestein

Wetter / 12.02.2020 • 18:43 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Hermann Marko ist ein Faschingsnarr mit Leib und Seele. VN/WItwer
Hermann Marko ist ein Faschingsnarr mit Leib und Seele. VN/WItwer

Der 86-jährige Hermann Marko lebt für den Fasching.

Feldkirch Am kommenden Wochenende geben sich wieder mehr als 4000 Narren aus Nah und Fern ein Stelldichein in der Feldkircher Innenstadt. Die Faschingsgilde Spältabürger lädt am Sonntag, 16. Februar, ab 13.30 Uhr wieder zum größten Umzug des Landes. Doch schon am Samstag wird es närrisch und vor allem lautstark in der Monftfortstadt beim Gugga-Monsterkonzert, der Narrenmesse und dem anschließenden Nachtumzug. Mit dabei und das bereits zum 50. Mal wird auch Hermann Marko sein. Seit seinem Beitritt im Jahr 1970 hat sich der heute 86-Jährige voll und ganz dem Fasching verschrieben. Die Leidenschaft für die fünften Jahreszeit ist dem Tisner sozusagen in die Wiege gelegt worden: „Ich wurde an einem Faschingssonntag geboren. Es ging also gar nicht anders, ich konnte den Fasching nur lieben“, schmunzelt er. Und so übernahm Marko für neun Jahre sogar das Amt des Vizepräsidenten der Faschingsgilde. Seit 1990 ist er Ehrenmitglied der Spältabürger und wurde für seinen langjährigen Einsatz auch vom Verband Vorarlberger Fasnatzünfte und – gilden ausgezeichnet.

Tafeln, Wagen und Stimme

Auch wenn es heutzutage vielleicht etwas beschwerlicher sei und er daher nicht mehr bei allen Ausrückungen dabei ist, in Faschingsrente will Hermann Marko noch lange nicht gehen. Dementsprechend steckt auch er, so kurz vor dem großen Event, im Vorbereitungsstress. „Ich helfe überall mit, wo ich gebraucht werde.“ Die letzten Tage hat er in seiner kleinen Werkstatt verbracht, um dort die Tafeln mit den Gruppennummern auf Vordermann zu bringen. Und so könnte man sagen: Marko ist zwar nicht der Tafelmeister der Gilde – diese Funktion wird von seinem Kollegen Gerhard Stampfl bekleidet – aber vielleicht der „Täfelemeister“.

Maßgeblich beteiligt war der Tisner über die Jahre auch beim Bau zahlreicher Faschingswägen der Spältabürger. Sein handwerkliches Geschick als gelernter Schreiner brachte er auch bei der Renovierung des Vereinslokals im Feldkircher Wasserturm ein. Seit 1996 hat die Faschingsgilde dort ihren Hauptsitz. Doch das war noch nicht alles. Jahrelang war der 86-Jährige als Umzugssprecher sozusagen die Stimme des Feldkircher Narrentreibens. Eine durchaus fordernde Angelegenheit wie er erzählt: „Man hat als Sprecher zwar die ganzen Informationen vorliegen, aber gegen Ende hin wird es dann doch anstrengend und die Konzentration lässt nach.“ Die engen Freundschaften mit anderen Zünften und Gilden spielten ihm bei dieser Aufgabe immer wieder in die Hände: „Mit vielen der Teilnehmer konnte ich daher auch über die Distanz kommunizieren beziehungsweise wusste ich ohne auf den Zettel zu schauen welche Gruppe die Nächste ist.“

Leidenschaft weitergeben

Seine Faschingsleidenschaft will der Pensionist auch der jüngeren Generation weitergeben. Ganz besonders wichtig sind im daher Aktionen wie das Kindersäckle, bei dem die jüngsten Narren eine prall gefüllte Tasche mit süßen Leckereien erhalten. Doch auch an jene, die dem bunten Treiben nicht beiwohnen können, denken die Spältabürger. Jedes Jahr besuchen sie das Landeskrankenhaus sowie Alten- und Pflegeheime in Feldkirch. Marko freut sich daher auch besonders, dass heuer wieder jeder beim größten Narrentreiben des Landes dabei sein kann, denn der Faschingsumzug wird am Sonntag, 16. Februar, live auf VN.at übertragen.

Jetzt hofft Hermann Marko nur noch, dass auch das Wetter mitspielt. Laut derzeitigen Prognosen meint es Petrus ja auch gut mit den Feldkircher Faschingsnarren. Das war nicht immer so: „Ich kann mich noch gut an ein Jahr erinnern, da war der erste Wagen beim Umzug der Schneepflug.“ VN-WIM

Zur Person

Hermann Marko
ist seit 50 Jahren Mitglied bei der Faschingsgilde Spältabürger Feldkirch.

Geboren 11. Februar 1934

Laufbahn Schreiner, Versicherungsmakler, Außendienstmitarbeiter und heute Pensionist

Familie verheiratet, 3 Kinder

Hobbys Hobbywerkstatt, Radfahren, Wandern