Der Weltuntergang wird eher nicht stattfinden

Wissen / 30.11.2012 • 14:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dokumente der Maya-Kultur. Die Welt wird am 21. Dezember aber vermutlich nicht untergehen. Foto: dpa
Dokumente der Maya-Kultur. Die Welt wird am 21. Dezember aber vermutlich nicht untergehen. Foto: dpa

Vor dem 21. Dezember dieses Jahres fürchten sich Abergläubische. Die Welt soll untergehen.

Köln. Der Maya-Kalender endet angeblich am 21. Dezember. Wird die Erde dann vom Einschlag eines riesigen Asteroiden pulverisiert? Unsinn, sagen Wissenschaftler. Für sie markiert das ominöse Datum im Maya-Kalender keineswegs das Ende der uns bekannten Welt. Denn bereits die Auslegung des Maya-Kalenders, auf den sich Theoretiker des Weltuntergangs vor allem berufen, ist nach Einschätzung von Forschern fehlerhaft. Richtig ist zwar, dass am 21. Dezember ein Zyklus im Langzeitkalender der früheren mittelamerikanischen Hochkultur endet.

Neuer Zyklus beginnt

Übersehen wird jedoch dabei, dass damit ein neuer Zyklus beginnt – die Maya dachten in Zeitzyklen und nicht in linearen Zeitabläufen. „Die alten Maya sagten voraus, dass die Welt fortbestehen und in 7000 Jahren alles noch genauso sein wird wie damals“, sagt der US-Archäologe William Saturno von der Universität Boston.

Vor riesigen Fluten, Erdbeben oder Vulkanausbrüchen wie im Film „2012“ von Hollywood-Regisseur Roland Emmerich brauchen sich die Menschen also am Tag des vermeintlichen Weltuntergangs kaum zu fürchten – solche Endzeit-Katastrophen haben die Maya auch gar nicht prophezeit. Unsere moderne Welt hingegen kennt apokalyptische Szenarien zuhauf, wie die vielen Internetseiten zum angeblichen Katastrophenjahr 2012 beweisen.

Bei den Prophezeiungen für dieses Jahr wird kaum eine Apokalypse ausgelassen: So sollen schon die alten Ägypter für 2012 eine Umkehr der magnetischen Erdpole vorhergesagt haben. Der Seher Nostradamus verortete demnach den dritten und letzten Weltkrieg in unsere Tage.

Auch die Astronomie wird als Zeugin für den nahenden Weltuntergang bemüht, weil dabei ungewöhnliche Planetenkonstellationen eine Rolle spielen sollen. Allerdings wissen Astronomen nichts von einer außergewöhnlichen Anordnung der Planeten: „Da gab es in diesem Jahr nichts absolut Ungewöhnliches“, sagt die Astrophysikerin Carolin Liefke vom Heidelberger Haus der Astronomie.

Und was ist mit einem Asteroiden-Einschlag am 21. Dezember? Immerhin fliegen fast täglich kosmische Brocken an der Erde vorbei, und langfristig könnte tatsächlich einer unseren Planeten treffen und schwere Zerstörungen anrichten.

Keine Gefahr in Sicht

Aktuell verzeichnet die NASA nur einen herannahenden Asteroiden für den 21. Dezember: Am Tag des vermeintlichen Weltuntergangs wird Asteroid 2202 AU4 die Erde passieren – allerdings in fast 40-facher Mondentfernung. Damit stellt er keine Gefahr dar.

Auch der sagenhafte Planet Nibiru wird laut Ansicht von Experten für die Erde keine Gefahr sein. Er existiert wahrscheinlich gar nicht.