Hat der Klimawandel Einfluss auf die Seen?

Wissen / 08.08.2014 • 11:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Vermehrt glitschige Algen im Wasser? Forscher machen Klimawandel verantwortlich.

berlin. Klares, kaltes Wasser könnte durch den Klimawandel in immer weniger Seen anzutreffen sein, sagen Forscher, die mit einem schwimmenden Labor oder aus der Luft die Entwicklung der Seen beobachten. Durch andauernd warme Temperaturen trüben immer wieder glitschige Algen die Gewässer. Sie gedeihen bestens in warmem Wasser.

Zur Ausbreitung von Algen tragen laut Manfred Stock vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) auch Erderwärmung und langfristig steigende Wassertemperaturen bei. Auch die Größe von Seen nehme ab, weil in heißeren Sommern mehr Wasser verdunstet. Viele Feuchtgebiete seien schon verschwunden. Die Lebensgemeinschaften von Algen, Wasserpflanzen und Fischen etwa unterliegen ständigen Veränderungen, erklärt Binnengewässer-Experte Jens Arle vom Umweltbundesamt (UBA). Inwiefern das tatsächlich auf den Klimawandel zurückzuführen ist, sei jedoch unklar: „Er ist einer von vielen Faktoren.“ Fischerei, Tourismus und Landwirtschaft spielten je nach Region ebenfalls eine Rolle. „Wir stellen in wärmer gewordenen Seen Arten fest, die sich plötzlich ausbreiten“, berichtet der Gewässerforscher Thomas Schneider von der TU München. Das betreffe einheimische wie eingewanderte Wasserpflanzen.

Um Veränderungen zu überwachen, vergleichen die TU-Forscher auch Satellitenbilder. Zur Beobachtung von kleinen „Problemseen“ wird auch an speziellen Sensoren für Drohnen gefeilt.