Ein riesiger Canyon, Täler und Abhänge

Wissen / 09.10.2015 • 16:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Das Aussehen von Plutomond Charon deutet auf eine bewegte Vergangenheit hin. Foto: AP
Das Aussehen von Plutomond Charon deutet auf eine bewegte Vergangenheit hin. Foto: AP

Neue Aufnahmen von Plutomond Charon verblüffen Astronomen.

Washington. Plutos Mond Charon ist keineswegs die kraterübersäte Einöde, die manche Astronomen erwartet haben. Das illustrieren die bislang detailreichsten Aufnahmen des eisigen Trabanten, die von der Raumsonde „New Horizons“ geschossen wurden. Auf der Mondoberfläche finden sich unter anderem ein bis zu neun Kilometer tiefes Canyonsystem sowie eine 600 Kilometer lange Kette von Tälern und Abhängen. „New Horizons“ dokumentierte zudem überraschende Farbvariationen. „Wir hielten es für unwahrscheinlich, solche interessanten Merkmale auf diesem Trabanten einer Welt am fernen Rand unseres Sonnensystems zu sehen“, betonte „New Horizons“-Forscher Ross Beyer in einer NASA-Mitteilung. Das Canyon-System zieht sich quer über Charon und reicht vermutlich bis auf die Rückseite des Mondes.

„Es sieht aus, als ob Charons komplette Kruste aufgesprungen wäre“, berichtete John Spencer vom Southwest Reserch Institute in Boulder. Die Forscher diskutieren, ob womöglich ein unterirdischer Ozean auf Charon vor langer Zeit gefroren ist und durch die damit einhergehende Volumenänderung die Oberfläche des Mondes gesprengt hat.