Fluglärm macht auch Singvögeln zu schaffen

Wissen / 09.09.2016 • 10:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Berlin. Nicht nur Menschen leiden unter Fluglärm, auch das Gesangsverhalten von Vögeln wird davon beeinflusst. In Einflugschneisen von Flughäfen singen Vögel nicht nur deutlich früher, manche verstummen bei hohem Lärmpegel sogar ganz, wie das Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen berichtete. Die Wissenschafter untersuchten die Auswirkungen von Fluglärm auf das Gesangsverhalten von zehn Singvogelarten in zwei Waldgebieten am Flughafen Berlin-Tegel, eines davon grenzt unmittelbar an den Flughafen. Dort starten und landen Flugzeuge von sechs Uhr bis 23 Uhr im Mittel im Zweiminutentakt. Die Forscher fanden heraus, dass sich die Lärmpegel in den beiden Waldgebieten vor dem Start des ersten Flugzeugs nicht unterscheiden. Trotzdem beginnen Rotkehlchen, Amseln, Blaumeisen, Kohlmeisen und Buchfinken in unmittelbarer Nähe des Flughafens fünf bis zehn Minuten früher zu singen als ihre Artgenossen im etwas entfernter gelegenen Tegeler Forst.

Buchfinken verstummen

„Schon kleine Unterschiede beim Beginn des Morgengesangs können zu großen Unterschieden beim Fortpflanzungserfolg der Tiere führen“, erklärte Studienleiter Henrik Brumm. Buchfinken stellen in unmittelbarer Nähe der Landebahnen ihren Gesang völlig ein, wenn der Lärmpegel über 78 Dezibel steigt. „Wenn man bedenkt, dass es jeweils rund 30 Sekunden gedauert hat, bis der Lärm wieder abebbte, geht den Vögeln während des täglichen Flugverkehrs ein Viertel der Zeit verloren, die sie zum Kommunizieren haben“, erklärte Brumm.