Forscher müssen wegen Rissen im Eis umziehen

Wissen / 20.01.2017 • 13:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Britische Antarktis-Forschungsstation muss wegen Klimawandel umziehen.

London, Antarktis. Eine britische Forschungsstation in der Antarktis muss wegen des Klimawandels umziehen. Zwei in der Umgebung der Forschungsstation „Halley VI“ entdeckte Risse im Eis deuteten darauf hin, dass das Eis unter der Station abbrechen könnte, erklärte die Forschungsgesellschaft British Antarctic Survey (BAS). 16 Bewohner, die eigentlich den Polarwinter auf der Station verbringen sollten, würden nun umgesiedelt.

Die Polarstation besteht aus Wohn- und Arbeitsmodulen, die auf Stelzen auf einer Art riesiger Skier stehen. Sieben der acht Module wurden wegen der Risse im Eis bereits per Traktor 23 Kilometer landeinwärts gezogen. Die derzeitigen Bewohner von „Halley VI“ seien nicht in Gefahr, erklärte die BAS. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Experten fürchten demnach, dass das Eis in der Umgebung der Forschungsstation während des antarktischen Winters brechen könne. Eine Kluft im Eis habe sich seit 2012 vergrößert, ein weiterer Riss habe sich 2016 aufgetan. Man wisse nicht genau, wie sich die Schelfeisplatte über den Winter verändern werde.

Seit 1956 betrieb die BAS nacheinander bereits sechs „Halley“-Forschungsstationen auf dem Brunt Ice Shelf. Von dort aus angestellte Ozonmessungen führten 1985 zur Entdeckung des Ozonlochs.