Projekt „Hammer“: Nasa plant Asteroid-Abwehr

Wissen / 30.03.2018 • 18:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Osiris Rex“ soll den Asteroiden untersuchen und eine Probe entnehmen. NASA
„Osiris Rex“ soll den Asteroiden untersuchen und eine Probe entnehmen. NASA

Asteroid „Bennu“ könnte auf der Erde einschlagen.

Washington Über den 25. September 2135 machen sich die meisten Menschen vermutlich keine Gedanken, aber einigen Wissenschaftlern bereitet dieser Tag schon jetzt große Sorgen. 1 zu 2700 beträgt derzeitigen Berechnungen zufolge die Wahrscheinlichkeit, dass der Asteroid „Bennu“ an diesem Tag der Erde gefährlich nahe kommt. Ein Aufprall würde 80.000 mal mehr Energie freisetzen als die Hiroshima-Atombombe, heißt es vom US-Forschungszentrum Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) in Kalifornien. „Die Chancen eines Einschlags mögen jetzt gering aussehen, aber die Konsequenzen wären verheerend“, sagt LLNL-Forscherin Kirsten Howley.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA zählt „Bennu“ zu den gefährlichsten der derzeit bekannten Asteroiden – und will auf einen drohenden Einschlag vorbereitet sein. Schon 2016 startete die Mission „Osiris Rex“ (die Abkürzung steht für: Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer) zu „Bennu“ – die erste US-Mission zu einem Asteroiden. Der tiefschwarze Riesenbrocken mit einem Durchmesser von etwa 500 Metern, größer als das Empire State Building, und einem Gewicht von rund 79 Milliarden Kilogramm kreist derzeit mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100.000 Kilometern pro Stunde um die Sonne.

Ab August soll „Osiris-Rex“ laut NASA mit der Annäherung an „Bennu“ beginnen, im Dezember ankommen und den Asteroiden ausgiebig mit fünf wissenschaftlichen Instrumenten und Kameras untersuchen. 2020 soll sich die Raumsonde dem Asteroiden so weit nähern, dass sie mit einer Art Roboterarm eine Probe von mindestens 60 und bis zu 2000 Gramm aufsaugen kann. 2023 soll eine Kapsel mit der Probe zur Erde zurückkehren. Von den bei der rund eine Milliarde Dollar teuren Mission erhobenen Daten und der Auswertung der Probe erhofft sich die NASAgenauere Informationen über den Asteroiden – und damit auch über das Risiko für einen Aufprall auf die Erde.

Für den Ernstfall trifft die NASA weitere Vorbereitungen: Zusammen mit dem Forschungszentrum LLNL wird derzeit ein Abwehrsystem entwickelt, das bislang nur auf dem Papier existiert, aber wegen seiner Ähnlichkeiten mit dem Action-Film „Armageddon“ schon jetzt für Schlagzeilen sorgt: Ein neun Meter langer und fast neun Tonnen schwerer Flugkörper namens „Hammer“ (Hypervelocity Asteroid Mitigation Mission for Emergency Response vehicle) könnte demnach verwendet werden – entweder als Rammbock oder als Transporter für einen Atomsprengkörper -, um „Bennu“ von einem möglichen Kurs auf die Erde abzubringen.