Ein Hase, der Eier legt – für die Feiertage Fakten zum Angeben

Wissen / 21.04.2019 • 08:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Hase hat in der Menschheitsgeschichte schon verschiedene Bedeutungen eingenommen. APA
Der Hase hat in der Menschheitsgeschichte schon verschiedene Bedeutungen eingenommen. APA

Wissenswertes über Hasen für den österlichen Feiertags-Smalltalk.

Wien, Berlin Alle Jahre wieder – kommt auch der Osterhase. Der hat in der Geschichte der Menschheit schon verschiedenste Bedeutungen und Rollen übernommen. Hier noch einige wenige zusätzliche „Fakten“ für das Osterwochenende.

Warum der Osterhase kommt

Schon im 17. Jahrhundert beschrieb ein Arzt den Brauch, wonach ein Hase an Ostern Eier bringt. Warum es diese Verbindung gibt, ist umstritten. Eine These ist: Eier sind Symbole für neues Leben; Hasen, die oft viele Junge kriegen, ebenso. Denn Christen feiern an Ostern die Auferstehung des gekreuzigten Jesus. Richtig beliebt geworden ist der Osterhase jedoch erst vom 19. Jahrhundert an, wie der Erfurter Liturgie-Professor Benedikt Kranemann sagt. Damals habe die Schokoladenindustrie begonnen, Mümmelmänner zu verkaufen. Lange hätten Leute auch von anderen Tieren erzählt, die zu Ostern Eier bringen – etwa Störchen oder Füchsen.

Ikonographie

In der Bildenden Kunst wird seit jeher nicht zwischen Hasen und Kaninchen unterschieden. In der Antike galten sie als fruchtbare Nachttiere und als Symbol für das Weiterleben nach dem Tod. Als Attribute von Venus und Eros waren sie aber auch Spiegelbild der sinnlichen Liebe. Im Alten Testament wurden die Hasen für unrein erklärt und durften nicht gegessen werden. Andererseits konnte später ein weißer Hase auch ein Hinweis für die Auferstehung Christi in der Kunst bedeuten, wie die in Salzburg und Wien lehrende Kunsthistorikerin Hildegard Kretschmer in ihrem „Lexikon der Symbole und Attribute der Kunst“ schrieb. Ein solches Sujet taucht beispielsweise in einem Bild Giovanni Bellinis auf. Wegen der Fruchtbarkeit der Hasen blieb es in der Kunst aber oft bei der Rolle der Versinnbildlichung der „Wollust“ bis hin zum Sündenfall von Adam und Eva. „Ein unschuldiger weißer Hase, zu Füßen Mariens oder eines Heiligen, gilt als Sinnbild des Sieges über die Fleischlichkeit“, schrieb die Kunsthistorikerin unter anderem.

Teurer Schokohase

43.000 Euro kostete der wohl bisher teuerste Schokohase. Er hatte Diamantaugen und war 38 Zentimeter groß. Um ihn zu schaffen, brauchte der britische Chocolatier Martin Chiffers rund 40 Stunden, wie die Zeitschrift „Forbes“ berichtete.

Größter Schokohase

Viereinhalb Meter hoch und rund 4200 Kilo schwer war der laut Guinness-Buch größte Schokohase, den es je gab. Neun Menschen arbeiteten 2017 in Brasilien acht Tage lang an der süßen Skulptur.

Zumindest ein Hase legt Eier

„Kaviarersatz“: Bis zu 200.000 Eier legt ein einziges Seehasen-Weibchen jedes Frühjahr. Um Ostern haben die in der Ostsee lebenden Fische ihre Laichzeit. Ihre orange-roten Eier werden schwarz gefärbt, gesalzen und als „Deutscher Kaviar“ verkauft. Damit soll er aussehen wie der klassische und teurere Kaviar vom Stör. Auch die Seehasen geraten in der Ostsee immer mehr in Gefahr der Ausrottung – durch Überfischung und indem der Mensch ihnen den Lebensraum mit Sand- und Kiesabbau wegnimmt.

Kein Kaninchen

In der Natur sind Kaninchen kleiner als Feldhasen, gezüchtet können sie aber richtige Brocken werden: Riesenkaninchen Darius aus England erhielt vor zehn Jahren für seine Länge von 1,29 Metern einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Kaninchen kann man einfacher in Gefangenschaft halten und züchten als Hasen. Wildkaninchen leben mit ihren Verwandten in einem Bau und sind meist gräulich. Feldhasen sind Einzelgänger und eher bräunlich.

Sexy Bunny

Ein anderes berühmtes Häschen ist das Logo-Tier des Männermagazins „Playboy“. Dessen verstorbener Gründer Hugh Hefner fand das Tier frech und sexy. Er mochte auch die echten Tiere und spendete Geld für deren Schutz. So ist eine gefährdete Kaninchenart sogar nach ihm benannt – die Sylvilagus palustris hefneri.

Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts

Diese Redewendung stammt aus dem 19. Jahrhundert und geht auf den Heidelberger Jus-Studenten Viktor Hase zurück. Einer seiner Freunde hatte in einem Duell seinen Gegner erschossen. Hase lieh ihm seinen Studentenausweis, damit er über die französische Grenze verschwinden konnte. Vor Gericht sagte der Fluchthelfer: „Mein Name ist Hase, ich verneine die Generalfragen, ich weiß von nichts!“ Damit kam er wohl glimpflich davon: Hase erhielt seinen Ausweis zurück und später den Doktor-Titel. Sein Freund trat der Fremdenlegion bei. APA/DPA