Wohnen und Arbeiten auf dem Mars

Wissen / 03.01.2020 • 15:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Das aus sechs Modulen bestehende Habitat wurde für den Einsatz auf Mond oder Mars konzipiert. APA
Das aus sechs Modulen bestehende Habitat wurde für den Einsatz auf Mond oder Mars konzipiert. APA

Geophysikerin hat ein aus sechs Modulen bestehendes Habitat entwickelt.

Bremen Ein Fenster muss sein: „Für Ingenieure natürlich ein Albtraum“, räumt Christiane Heinicke ein. Aber wer mit Menschen monatelang auf allerengstem Raum lebt und arbeitet und das im Weltall, der braucht eine lebenswerte Umgebung. „Damit die Crew nicht durchdreht“, sagt die Geophysikerin vom Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen. Heinicke hat in zweijähriger Arbeit ein aus sechs Modulen bestehendes Habitat entwickelt, das für den Einsatz auf Mond oder Mars konzipiert ist.

Grundfläche von 15 Quadratmetern

Der Weltraum-Wohn- und Arbeitsplatz ist aufgeteilt in die Einheiten Schlafen, Küche, Freizeit sowie Labor, Werkstatt und Gewächshaus. Sieben Meter hoch sind die miteinander verbundenen zylinderförmigen Segmente jeweils. Das silberfarbene zweistöckige Labor-Modul steht in Originalgröße in einer Halle des Zentrums und hat eine Grundfläche von 15 Quadratmetern. Das Fenster ist für das Freizeitmodul gedacht, das anders als das Labor keine Zwischendecke haben soll, damit die Bewohner ein weiträumigeres Gefühl haben. Denn wenn eine Crew von vier Astronauten bis zu eineinhalb Jahre in dem Habitat verbringt, ist das psychologisch herausfordernd. Auch der Aspekt der Ressourcenaufbereitung spielt bei dem von der Klaus Tschira Stiftung mit 380.000 Euro geförderten Bremer Habitatprojekt „Moon and Mars Base Analog“ (MaMBA) eine große Rolle. Das Team um Forscherin Heinicke setzt dabei auch auf Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt, die zur Sauerstoffproduktion eingesetzt werden können.