Nanopartikel bringen den Stoffwechsel von Algen durcheinander

Wissen / 27.11.2020 • 10:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Genf Was geschieht, wenn Algen winzige Silberpartikel aufnehmen? Eine Studie eines schweizerisch-amerikanischen Forschungsteams lässt vermuten, dass die einzelligen Organismen dadurch weniger Sauerstoff produzieren können. Sie stecken in Kleidung, Kosmetika und sind interessant, um etwa Medikamente zu entwickeln: Nanopartikel aus Silber. Die winzigen Teilchen mit antibakteriellen Eigenschaften gelangen immer häufiger in die Umwelt. Welche Auswirkungen dies hat, ist noch wenig erforscht. Die Forschenden liefern nun ein fehlendes Puzzlestück. Sie nahmen die goldbraune Alge namens Poterioochromonas malhamensis unter die Lupe. Diese Einzeller erzeugten fast die Hälfte des Sauerstoffs, den wir atmen, sagte Vera Slaveykova von der Uni Genf. Und da sie sich zuunterst in der Nahrungspyramide befänden, reicherten sich Schadstoffe in der Nahrungskette an.

Algen mit Nanosilber behandelt

Im Labor behandelten die Forschenden die Algen mit Nanosilber und untersuchten, wie sich deren Stoffwechsel dadurch veränderte. Demnach führten die winzigen Partikel zu einem erhöhten oxidativen Stress der Algen sowie zu einer weniger effizienten Photosynthese – und damit zu einer geringeren Sauerstoffproduktion. Die von den Silbernanopartikeln freigesetzten Silberionen waren dabei der wichtigste Toxizitätsfaktor.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.