Schauspielen, ein guter Ausgleich zum Alltag

Das Vorarlberger „Theater Phoenix“ präsentiert demnächst „Köstliches von Nöstlinger“.
SCHWARZACH. Anlässlich des 80. Geburtstags der bekannten österreichischen Schriftstellerin Christine Nöstlinger bringt das „Theater Phoenix“ eine Auslese ihrer humorvollen Geschichten für Erwachsene auf die Bühne. Schauspielerin Renee Lormans im VN-Gespräch.
Sie spielen bei der Vorarlberger Theatergruppe „Theater Phoenix“ mit, wie lange gibt es diese Gruppe bereits?
Lormans: Wir starteten 2012 zu sechst mit einer Komödie, „Klinik unter Almen“, ein abendfüllendes Theaterstück. Da die Zusammenarbeit so gut funktionierte, nahmen wir in fast der gleichen Besetzung ein neues Projekt in Angriff: eine Theaterlesung in Büchereien mit lustigen Kurzgeschichten von Horst Evers. Das Format kam bei den Zuschauern gut an, und so folgte die zweite Theaterlesung, „Bitte umweltfreundlich lächeln!“ mit aktuellen Umweltthemen, aber auf humorvolle Weise umgesetzt.
Und wie sind Sie alle zur Schauspielerei gekommen?
Lormans: Die meisten von uns sind schon jahrzehntelang nebenberuflich aktiv in den unterschiedlichsten kulturellen Vereinen. Ich denke, für alle von uns ist das Schauspielern ein guter Ausgleich zum Berufsalltag.
Im Februar ist das Theater Phoenix in Bregenz und Feldkirch zu Gast und spielt „Köstliches von Nöstlinger“ – was genau wird geboten?
Lormans: Wir lesen und spielen eine Auslese humorvoller Geschichten von Christine Nöstlinger. Die Themen sind zeitlos: Es geht um Beziehungskisten, typische Männer und echte Frauen, Helikoptermütter und Erziehungspannen. Wir, das sind: Paul Ender, Harald Kuntschik, Paul Sandholzer, der auch privat mein Partner ist, und ich. Matthias Gmeiner zaubert die passende musikalische Untermalung dazu.
Wie kam die Idee, eine schauspielerische Hommage an Christine Nöstlinger auf die Bühne zu bringen, zustande?
Lormans: Ursprünglich war eine Kinderlesung geplant. Beim Durchlesen der Werke entdeckten wir die Texte für Erwachsene aus der Feder von Christine Nöstlinger. Sie beschreibt den Alltagswahnsinn um sie herum auf wirklich unnachahmliche Weise: witzig, bissig und ironisch. Sofort nach dem Lesen sprudelten bei uns die Ideen, wie wir die Texte szenisch umsetzen könnten. Als sich noch herausstellte, dass die Autorin bald ihren 80sten Geburtstag feiern würde, war die Entscheidung gefallen.
Sind Sie selber ein Fan/Bewunderer von Christine Nöstlinger?
Lormans: Ehrlich gesagt kannte ich die Autorin vorher kaum, da ich nicht in Österreich aufgewachsen bin und die Bücher in den Niederlanden zu meiner Zeit nicht bekannt waren. Sie ist mir jedoch sehr sympathisch geworden, weil sie auf der Seite der Benachteiligten steht und das nicht nur in ihren Büchern. So hat sie letztes Jahr bei der Verleihung des Ute-Bock-Preises für Zivilcourage von SOS Mitmensch an die Gemeinde Alberschwende die Laudatio gehalten und nahm dabei – wie immer – kein Blatt vor dem Mund.
Welche Vorbilder aus der Schauspielszene haben Sie?
Lormans: Naja, ich möchte mich natürlich nicht mit Profi-Schauspielern vergleichen müssen. Viel Bewunderung habe ich aber für Schauspieler, die es schaffen, die unterschiedlichsten Charaktere in überzeugender Weise darzustellen. So zum Beispiel Meryl Streep oder auch Tom Hanks. Und nicht zu vergessen Robin Williams, der leider viel zu früh verstorben ist.

Zur Person
Renee Lormans
Wohnort: Alberschwende
Familienstand: Lebensgemeinschaft, zwei erwachsene Söhne (Nikolai, 26, und Sebastian, 24)
Lebensmotto: Keep smiling
Theater Phoenix „Köstliches von Nöstlinger“: 23. 2., 20 Uhr, Stadtbücherei Bregenz/Vorkloster (www7open.bregenz.at), 24.2., 20.15 Uhr, Theater am Saumarkt (www.saumarkt.at).