Freejazz und Vorarlberger Dialekt – „Rosi Spezial“ machen etwas andere Musik

Wohin / 17.05.2019 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ungewohnt aber spannend: Der Sound von „Rosi Spezial“. E. SHIRIN

Vier Jungs, die sich ganz dem Freejazz verschrieben haben, jedoch nicht, ohne auch Elemente aus anderen Musikstilen einfließen zu lassen, das sind „Rosi Spezial“.

Schwarzach „Was hier auf der Bühne passiert, ist Kunst. Und Kunst ist bekanntlich vieles“, lassen die vier Musiker wissen. Mit ihrer Debüt-EP „Am Sunntig blibsch nüchtern!“ haben sie es sogar in die FM3-Rotation geschafft. Am Samstag sind sie als Support-Act vom Nino aus Wien in der Remise Bludenz zu sehen. „Rosi Spezial“-Gründer Michael Naphegyi im VN-Interview.

Wer ist Rosi? Woher euer Bandname?

In einer Tankstelle in Altenstadt gibt‘s eine besondere Leberkäsesemmel-Variation, den „Rosi Spezial“. In dieser Leberkäsesemmel ist alles Mögliche drin und wird so nur von besagter Rosi serviert. Wir selber haben den „Rosi Spezial“ nie probiert und wissen auch gar nicht, ob das ganze nur ein Mythos ist. Aber der Name und die Story dahinter hat uns gefallen, und irgendwie passt dieser Hintergrund auch gut zu unserer Musik.

Die Rosi-Spezial-Lieder sind teilweise erzählt. Warum Sprechgesang?

Das liegt wohl daran, dass ich eigentlich nicht der beste Sänger bin. Ich fühle mich wohler darin, die Texte zu sprechen.

Euer Sound ist ja schon irgendwie etwas schräg. Wenn man länger rein hört, hat er aber auch etwas Faszinierendes. Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?

Es ist ein interessanter Mix aus eingängiger Popmusik, Freejazz, improvisierten Elementen usw. Auf dem neuen Album kommt das noch viel mehr zum Tragen, da sind auch Rockelemente dabei, poppige Arrangements, dann wieder komplett eskalierende Teile, Diskobeats. Es ist alles Mögliche darin verpackt, das wir interessant finden – eben „Rosi Spezial“.

Ihr habt gerade euer neues Album „Alles isch alles“ herausgebracht. Schreibst du die Songs?

Größtenteils. Beim neuen Album ist aber sehr viel aus gemeinsamer Improvisation entstanden. Die Texte habe ich geschrieben.

Ihr singt/sprecht bei „Rosi Spezial“ Vorarlberger Mundart-Dialekt. Gab‘s mal die Überlegung, Hochdeutsch zu singen?

Mundart-Musik hatte für mich immer so einen braven Touch. Darum fand ich es interessant, unseren Dialekt einmal mit Elementen von komplett freier Jazzmusik und ganz wilden HipHop-Beats zu verbinden. Ich denke, das Schräge, das du vorher angesprochen hast, kommt daher, dass man sowas halt nicht gewohnt ist. Unser Sound würde auf Hochdeutsch wahrscheinlich gar nicht funktionieren.

Du bist musiktechnisch sehr umtriebig. „Rosi Spezial“ ist nur ein Projekt von dir, ein anderes ist zum Beispiel dein Bandprojekt „Killah Tofu“. Worin liegen die Unterschiede dieser beiden Projekte?

„Killah Tofu“ ist eine klassische Jazzformation. Da sind wir alle gleichgestellt. Unser Sound ist hauptsächlich instrumental. Bei „Rosi Spezial“ bin ich der Haupt-Entertainer auf der Bühne.

Demnächst kann man euch in Bludenz erleben. Wer sollte euer Konzert auf keinen Fall verpassen?

Der Nino aus Wien (lacht). Nein, im Ernst, ich hoffe, dass viele zu unserem Konzert kommen. Besonders interessant ist unsere Musik für Leute, die musikalisch offen sind, die auch für experimentelle Sachen ein Ohr haben. Wir freuen uns auf jeden Fall schon auf unser Konzert. FA

Michael Naphegyi

Geboren 30. September 1991

Wohnort Wien

Hobbys Musik, Frisbee spielen

Rosi Spezial spielen als Support vom Nino aus Wien, 18. Mai, Remise Bludenz. Karten unter www.remise.at