Clownfrau Martha Labil bringt Groß und Klein zum Lachen

Wohin / 27.09.2019 • 13:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Martha Labil präsentiert clowneskes Theater mit Akrobatik, Musik und viel Publikums-Interaktion. W. LUSTIG

Seit 14 Jahren verzaubert Martha Labil in verschiedenster Weise ihr junges und jung gebliebenes Publikum.

Sie schlüpft von einer Figur in die andere, schafft es meist ohne Worte, mit schrägen, poetischen, oft einfachen Bildern zu unterhalten, zu verzaubern und zu erstaunen. Nun kommt Clownfrau Martha Laschkolnig alias Martha Labil nach Vorarlberg und präsentiert ihr Programm „Klopf, Kopf, Topf“ für ein großes und kleines Publikum. Im VN-Interview erzählt die Clownfrau über ihr Leben und ihren Beruf.

Wie wird man Clownfrau?

Ich denke, das ist ganz individuell: Die einen besuchen eine Schule oder nehmen an Workshops teil, und wieder andere beschließen es einfach und lernen es beim Tun. Aber eigentlich glaube ich, dass man Clown nicht wird, sondern es eben in sich trägt: das genaue Beobachten, das Verdrehen von Realitäten, die Ernsthaftigkeit, die Ehrlichkeit, das Absurde.

Was war bei Ihnen ausschlaggebend?

Ich bin in Linz mit einem alljährlichen Straßenkunstfestival aufgewachsen und nach und nach ist mein Wunsch gewachsen, auch etwas in diese Richtung zu machen: Musik, Theater, Zirkus . . . Eigentlich wäre ich gerne auf eine Zirkusschule gegangen, aber das Leben ist mir dazwischen gekommen. Also habe ich einfach angefangen aufzutreten, und es hat sich immer mehr herausgestellt, dass mir das Clowneske liegt. Und zwar, weil ich als Clown alles können darf: Akrobatik, Musik, Geschichten erzählen, verwirren, bespaßen. Auch ist es schön, seine Kostüme und Requisiten selbst herzustellen. Also habe ich mir fast alle Wünsche erfüllt: Handwerk, Kunst, Bewegung, Musik. Studiert habe ich ja Malerei, jetzt performe ich die Bilder, die ich malen will.

Kann man davon leben?  

Ich lebe seit einigen Jahren davon. Davor habe ich nebenbei im Service gearbeitet, weil ich mit meiner Clownfigur nicht überall und zu jedem Anlass auftreten wollte. Ich konnte mir so meine Auftritte gezielt auswählen und mich langsam entwickeln. Auch war ich lange an Wien gebunden, da ich meinen Sohn großgezogen habe. Und ohne größere Projekte und Auslandstouren ist es sicher nochmal schwerer, davon zu leben.

Sie machen Clowntheater für Groß und Klein? Worüber lachen Kinder am meisten?

Kinder lachen über vieles. Wenn man Dinge aus dem gewohnten Kontext nimmt, wenn man sich vertut, wenn man sie anlacht, wenn man hinfällt, oft reicht schon ein Impuls, um Kinder zum Lachen zu bringen.

Und Erwachsene?

Erwachsene bringt man oft nicht so leicht zum Lachen. Aber wenn man authentisch ist, dann lachen sie auch gerne über jeden Schabernack. Ich merke wie wichtig es ist, dass die Energie und Geschwindigkeit stimmt. Wenn alles zusammen passt, dann ist es viel leichter, auch die Erwachsenen zum Loslassen zu bewegen.

Was mögen Sie an Ihrem Beruf am meisten?

Die vielfältigen Tätigkeiten. Die Nähe zum Publikum. Das Reisen. Die vielen tollen Menschen, die man kennenlernt und mit denen man zusammenarbeiten darf, dass man immer weiterwachsen kann, dass ich mein eigener Chef bin, dass ich manchmal das Gefühl habe, wirklich etwas zum Besseren verändern zu können.

Erzählen Sie uns eine Anekdote aus Ihrem Clownsleben?

Ach, es gibt viele. Einmal habe ich mich sehr gewundert, warum mich die Dame an der Kasse so eigenartig ansieht. Erst später vor einem Schaufenster habe ich bemerkt, dass ich vergessen hatte, mich in der Spielpause abzuschminken… Im Postamt ist mir das auch schon mal passiert. Der Beamte war sehr skeptisch (lacht).

Demnächst können wir Sie mit Ihrem Programm „Klopf, Kopf, Topf“ zweimal in Vorarlberg erleben. Was werden wir sehen?

In diesem Stück gibt es von allem etwas: Akrobatik, Musik, Zauberei, Jonglage. Alles auf lustige Weise – aber etwas anders. Ich denke, schönes, berührendes Clowntheater zum Mitmachen. Für Menschen jeden Alters. Und jeder Auftritt ist immer anders, da es viel drauf ankommt, wie das Publikum mitgeht und mitmacht. In meinem Stück wird auch viel improvisiert. Man kann also auch zwei Mal kommen, wenn es einem gefallen hat, und kann dann immer Neues entdecken. VN-ea

Martha Labil präsentiert ihr Programm „Klopf Kopf Topf“ am 28. September im Spielboden Dornbirn und am 29. September in der Kammgarn Hard.