Brutalismus am Gymnasium Schillerstraße

17.05.2019 • 13:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Innenhof Schulzentrum (Gymnasium Schillerstraße, Pädagogische Hochschule und Praxisschule), Feldkirch.GYS
Innenhof Schulzentrum (Gymnasium Schillerstraße, Pädagogische Hochschule und Praxisschule), Feldkirch.GYS

Feldkirch In der aktuellen Wahrnehmung der Nutzerinnen und Nutzer wird der Gebäudekomplex Gymnasium Schillerstraße, Pädagogische Hochschule und Praxisschule der Pädagogischen Hochschule, von Baukünstler Guntram Mätzler Ende der 1960er-Jahre errichtet, als zu grau, zu kalt, zu einheitlich strukturiert erlebt. Auf der anderen Seite aber erfährt der Baustil „Brutalismus“ gerade eine Neubewertung und damit eine intensive mediale Präsenz. In der Ausstellung des Architekturzentrums Wien „SOS Brutalismus. Rettet die Betonmonster!“ im Frühjahr des vergangenen Jahres heißt es: „Geliebt oder gehasst: Die wiederentdeckte brutalistische Architektur lässt niemanden kalt.“

Die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfaches Kulturvermittlung am Gymnasium Schillerstraße beschäftigten sich mit den Qualitätskriterien, wendeten sie auf das Schulgebäude an und stellten sie zur Diskussion. Begleitet wurden sie bei diesem Prozess von der Künstlerin Nadine Hirschauer, die sich in ihren Arbeiten mit Raum und seinen sozialen und gesellschaftlichen Strukturen beschäftigt, sowie vom Graphiker Klaus Lürzer, der sich intensiv mit visuellen Wahrnehmungsprozessen und deren Vermittlung befasst. Ziel ist die „Vermittlung“ der Schularchitektur an die Benutzerinnen und Benutzer.

Brutalismus

Durch die Beschäftigung mit der Architektur und die nähere Auseinandersetzung mit der Geschichte unseres Schulgebäudes hat sich ein neuer Blickwinkel ergeben. Vor allem die Praktikabilität und der Gedanke hinter der Architektur sind jetzt verständlicher. Dadurch ändert sich auch die Wirkung , die das Gebäude auf mich hat. Das GyS wirkt von der Fassade her, nach der Auseinandersetzung, weniger abweisend und man versteht die nützliche Einfachheit des Gebäudes. Christina Wiedenmann

Obwohl ich denke, dass die Schule farblich etwas kreativer gestaltet werden könnte, sehe ich die Architektur des GyS nun aus einem anderen Blickwinkel und verstehe auch die Wahl des Architekturstils. Sajra Ljubijankic

Architektur im Dialog mit dem Wahlpflichtfach Kulturvermittlung im Rahmen der Architekturtage Vorarlberg, Fr 24. Mai, 14-16 Uhr, Treffpunkt: Aula des Gymnasiums, Schillerstraße 13, Feldkirch