Saubere E-Mobilität in „Rheintal-City“

Extra / 03.07.2016 • 18:20 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Kurze Strecken sind mit Fahrrad oder E-Bike im Land super zu meistern, Fitness, Gesundheit und Spaß auf einem top ausgebauten Radwegenetz.  PS
Kurze Strecken sind mit Fahrrad oder E-Bike im Land super zu meistern, Fitness, Gesundheit und Spaß auf einem top ausgebauten Radwegenetz. PS

Im Jahr 2050 werden drei Viertel der Weltbevölkerung in Metropolen leben.

Bregenz. (vd) Ballungsräume wie das Rheintal wachsen und damit auch die Herausforderungen wie zum Beispiel Verkehr, Lärm und Umweltverschmutzung. „Die Gemeinden und Städte bilden zusammen den viertgrößten Ballungsraum Österreichs mit 250.000 EinwohnerInnen – Tendenz steigend“, sagt Verkehrs- und Umweltlandesrat Johannes Rauch. Um Emissionen zu verringern, sichere Infrastruktur und Mobilität zu garantieren und urbane Räume lebenswert zu gestalten, ist es notwendig, Lösungen zu finden. Für mehr Lebensqualität ist es unsere Aufgabe sie nachhaltiger, grüner und effizienter zu gestalten. Einer der Schlüssel ist der Verkehr. „Anstatt mit immer mehr Autos und Lkw Straßen zu verstopfen und Böden für Parkplätze zu versiegeln, wollen wir den Verkehr verstärkt auf die Schiene verlegen. Ein wichtiger Schritt ist der Umbau des Güterbahnhofs Wolfurt sowie der Ausbau und der Verbesserung des Öffentlichen Verkehrs in Vorarlberg“, erklärt Rauch. „Wir brauchen mehr und größere Züge mit mehr Servicequalität. Dieses Ziel möchte ich bis zur Gymnaestrada 2019 schaffen. Für Fahrgäste wird es dann mehr und großzügigere Sitzplätze, mehr Platz für Kinderwägen und Fahrräder geben. Im Moment werden auch die Bahnhöfe umgestaltet. Statt unwirtlicher Gebäude, in denen man sich nur kurz aufhalten will, werden sie zu modernen Mobilitätsdrehscheiben umgebaut. Von dort aus erreicht der Fahrgast schnell und bequem Bus, Fahrrad oder das Auto.“ Für Kurzstrecken wird auf das Fahrrad gesetzt. „So sind 43 Prozent aller derzeitigen Autofahrten in Vorarlberg kürzer als fünf Kilometer. Das Vorarlberger Radverkehrsnetz ist gut ausgebaut und wird stetig verbessert. Das ist mir eine Herzensangelegenheit“, sagt Rauch. „Ein aktuelles Erreichbarkeitsmodell zeigt, dass wichtige Ziele im Alltag wie zum Beispiel Kinderbetreuungsstätten und Nahversorger für Vorarlberger Radfahrerinnen und Radfahrer bereits sehr gut erreichbar sind. Unser Augenmerk gilt dem Weg zur Arbeit: Es soll Arbeitnehmern erleichtert werden, mit dem Fahrrad gut zum Arbeitsplatz zu gelangen. Mit dem E-Fahrrad wird das sogar noch einfacher und das Auto wird seltener benötigt.“

Elektroboom steht bevor

„In der Verkehrspolitik ist die Elektromobilität ein wesentlicher Teil der Lösung. Bis 2020 sollen bis zu 10.000 Elektroautos, 20 Elektrobusse und 500 elektrische Nutzfahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein“, informiert Rauch. „Vorarlberg ist derzeit mit rund 150 Neuzulassungen E-Pkw bundesweit Spitzenreiter, insgesamt sind derzeit aber nur 750 Elektroautos zugelassen. Der Boom steht aber direkt bevor. Die Fahrzeugindustrie ist gefordert, alternative Formen der Mobilität zu entwickeln. Nach dem Abgasskandal wird jetzt die Kreativität, die bisher genutzt wurde, um zu tricksen, in die Forschung und die Entwicklung neuer Technologien gesteckt.“ Bisher krankte die E-Mobilität an geringen Reichweiten, teuren Batterien und dem lückenhaften Stromtankstellennetz. „Das ändert sich“, betont Rauch. „Die deutsche Autoindustrie wird bis Anfang nächsten Jahres leistbare Autos mit einer Reichweite bis zu 240 Kilometern auf den Markt bringen. Auch die Batterien machen Fortschritte. Gebrauchte Batterien aus Elektroautos können zum Beispiel als Energiespeicher genutzt werden. Batteriesysteme aus Elektroautos könnten nach ihrer Ausmusterung aus den Fahrzeugen noch mindestens zehn Jahre im stationären Bereich eingesetzt werden.“

Gutes Stromtankstellennetz

„Das Stromtankstellennetz wird zügig ausgebaut“, sagt der Umweltlandesrat. „Vor allem die Verbreitung von Schnellladestationen ist dabei wichtig. Mit deren Hilfe kann eine Batterie innerhalb einer Stunde wieder voll einsatzbereit sein. Der Strom, der dort abgegeben wird, sollte aus erneuerbaren Energiequellen stammen.“

Wasserkraftland Vorarlberg

„Im Wasserkraftland Vorarlberg und im Verbund mit deutscher Wind- oder Sonnenstromenergie kein Problem“, sagt Rauch. „Die Vorarlberger E-Mobilitätsstrategie setzt daher darauf, dass der Ausbau erneuerbarer Energie parallel zum Ausbau der E-Mobilität erfolgen muss. Im Vergleich zu Diesel und Benzin als Kraftstoff hat Strom den großen Vorteil, dass er auf vielfältige, erneuerbare und damit klimaschonende Art, nämlich aus Sonne, Wind, Wasserkraft, Biogas oder fester Biomasse erzeugt werden kann. Damit steigt die regionale Wertschöpfung. Die Abhängigkeit und indirekte Unterstützung von politisch instabilen Staaten oder Regionen reduziert sich. Derzeit importiert Österreich immerhin fossile Energieträger im Ausmaß von zwölf Milliarden Euro. Damit wäre dann Schluss.“

Gemeinden werden e-mobil

„Gute Beispiele gibt es in zahlreichen Gemeinden“, informiert der Obmann des Umweltgemeindeverbands, der Bürgermeister von Mäder Ing. Rainer Siegele. „Die Energieregion Vorderwald beschäftigt sich 2016 mit dem Thema Elektro-Mobilität und bietet 20 Männer und Frauen die Ausbildung zu Alltags-ExpertInnen der Elektromobilität an. Zahlreiche Gemeinden wollen ihre Einsatzfahrzeuge der Bauhöfe elektrisch betreiben, mit dem Vorteil, dass unterwegs andere elektrische Gerätschaften, die mitgeführt werden, zwischendurch am Auto aufgeladen werden können, wie zum Beispiel Heckenscheren oder Trimmer.

Vorbildlich ist auch der Carsharing-Anbieter CARUSO, der weitgehend auf E-Autos setzt, im Bereich der Taxiunternehmen bietet gerade das Feldkircher Taxiunternehmen „taxi4you“ seinen Kunden mit dem ersten Elektro-Taxi Vorarlbergs ein ganz besonders umweltfreundliches Mobilitätsangebot an.

E-Mobilität, Infrastruktur und lebenswerte urbane Räume.

Johannes RAUCH

Gemeinden sind innovativ und initiativ in Sachen E-Mobilität.

Rainer Siegele

Mehr zur Vorarlberger
Elektromobilitätsstrategie unter:
http://VOL.AT/su5gZh