Ganz bio. Ganz sicher. Ganz regional.

Extra / 19.09.2019 • 08:20 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Fürs Ländle: BIO AUSTRIA Vorarlberg GF Manuel Kirisits-Steinparzer.
Fürs Ländle: BIO AUSTRIA Vorarlberg GF Manuel Kirisits-Steinparzer.

Mit diesem Slogan bringt BIO AUSTRIA Vorarlberg das Wesen heimischer Biolebensmittel auf den Punkt.

BREGENZ „Biolebensmittel sind nicht nur in Bezug auf ihre Umwelt- Klima- und Biodiversitätsleistungen hervorragend. Sie unterliegen auch einem strengen und durchgehenden Qualitätssicherungssystem, was ihre vorzügliche Qualität gewährleistet. In Verbindung mit regionaler Herkunft stellen sie den Goldstandard im Bereich der Lebensmittel dar“, betont Gertraud Grabmann, Obfrau der österreichischen Biobauern. Verbandsmitglieder bewirtschaften ihren gesamten Hof biologisch, erfüllen zusätzlich zu der EU-Biogesetzgebung strengere Richtlinien und werden jährlich von einer unabhängigen Kontrollstelle kontrolliert. Dieses 100-prozentige und durchgehende Kontrollwesen ist in dieser Form einzigartig in der Lebensmittelbranche. Regionalität wird auf BIO AUSTRIA-Betrieben großgeschrieben, was bedeutet, dass auf Biobetrieben Kreisläufe bestmöglich geschlossen werden und nur wenige externe Betriebsmittel und diese nur in begrenztem Umfang eingesetzt werden. Stichwort: Kraftfutter, Pflanzenschutz, Gentechnikfreiheit usw. Bioqualität und Regionalität sind Zwillinge, die unweigerlich zusammengehören. Während Bio ein Gesamtsystem beschreibt, meint Regionalität im besten Fall das „Sich-Einsetzen“ für eine ganze Region. BIO AUSTRIA Vorarlberg konzentriert sich voll und ganz auf den lokalen Heimmarkt, aufs Ländle. Wer also keinen Kompromiss in Sachen Produktions- und Produktqualität und heimischer Herkunft machen möchte; greift zum Vorarlberger Bioprodukt und vertraut auf knapp 300 BIO AUSTRIA-Produzent(innen)mitglieder.

Konsumenten bestimmen

Die BIO AUSTRIA-Familie inkludiert seit eh und je auch engagierte und kritische Konsumenten. Mit einem kleinen Jahresbeitrag unterstützen fast 500 Vorarlberger jährlich die heimischen Biobauern in ihrem Tun. Topaktuelle Bio-News, ermäßigter Zugang zu biospezifischen Veranstaltungen und persönliche Beratung zu Biothemen sind nur einige der vielen angenehmen „Begleiterscheinungen“ der Bio-Unterstützung. Gemeinsam wird so die Landwirtschaft der Zukunft gestaltet. Und weil es zwischen Heugabel und Besteckgabel doch noch ein paar Schritte in der Wertschöpfungskette gibt, gibt es seit einigen Jahren die sogenannte BIO AUSTRIA Partnerschaft. Tatsächlich nachhaltig agierende Unternehmer können so auch Mitglied im größten Bioverband Europas sein. In Vorarlberg sind dies einige Molkereien, Getreidemühlen, Bäcker, Metzger und Gärtner. Gemeinsam wurde in den letzten 30 Jahren viel erreicht.

30 Jahre Nachhaltigkeit

Schon früher als in anderen österreichischen Regionen konnte sich die Biolandwirtschaft in Vorarlberg entwickeln. Bereits Ende der 80er Jahre wurden die ersten Bioverbände im Ländle gegründet. Die kritischen Konsument(innen) schlossen sich mit fortschrittlichen Bauern zusammen und fixierten ihre eigenen Spielregeln, die sie auch gegenseitig kontrollierten. Die Direktvermarktung, das Denken in Alternativen, Hintergrundinformationen und ein Lernen aus den Erfahrungen standen bereits damals im Zentrum der Betrachtung. Bald schon wurde der damalige Ernteverband unter dem ersten Obmann Hubert Vetter gegründet. Biovermarktungsprojekte wurden erfolgreich etabliert und öffentliche Gelder für die Bio-Szene lukriert. 2006 wurde der Verband in BIO AUS­TRIA umbenannt und sämtliche Bioorganisationen unter einem Dach vereint. Heute ist die BIO AUSTRIA Vorarlberg unter Obmann Jürgen Bereuter gemeinsam mit der BIO Vorarlberg Vermarktungsgenossenschaft mit Obmann Kaspar Kohler zentrale Anlaufstelle für sämtliche Biobelange im Land. Ein gemeinsames Biobüro unter der Leitung von Manuel Kirisits-Steinparzer ist in Bregenz situiert. Landwirtschaft ist Teil des Problems und Biolandwirtschaft Teil der Lösung.

Gelebter Klimaschutz

Industrielle Intensivlandwirtschaft ist global für den Ausstoß von etwa 25 Prozent der klimarelevanten Emissionen verantwortlich. Das ist eine Tatsache, die sich nicht leugnen lässt. Die Landwirtschaft hat daher großes Potenzial, zur Lösung beizutragen – auch das steht außer Frage. Beispielsweise ist die Bodenkohlenstoffbindung auf Bioflächen besonders ausgeprägt, die Erosionen auf diesen reduziert und durch den Kunstdüngerverzicht der Energieeinsatz deutlich verkleinert. Auch Gentechnikverbot und höhere Grundfuttergaben – Kraftfutterlimits bei Wiederkäuern führt zu mehr Grünland, welches wieder mehr CO2 speichern kann – leisten ihren Beitrag. Klimaschutz muss mitgedacht werden. Die Herausforderung wird darin liegen, den Output/Ertrag zu steigern, ohne die Input-Optimierung des Biolandbaus aufzugeben. Das heißt nichts anderes, als dass wir vorhandene Ressourcen noch effizienter nutzen, Systeme und ihre Zusammenhänge noch besser verstehen und unsere Nahrungsgewohnheiten überdenken und gegebenenfalls anpassen müssen. Herausforderungen, die gemeistert werden können, wenn wir am gemeinsamen Strang der Nachhaltigkeit ziehen! Der Biolandbau zeigt vor, wie es gehen kann.

www.bio-austria.at